Berlin (dapd). Der Mangel an Karrierechancen für Ausländer und Frauen verursacht in deutschen Konzernen jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe. Rund 21 Milliarden Euro könnte die deutsche Industrie pro Jahr einsparen, wenn sie mehr Vielfalt bei ihren Aufstiegs-Kandidaten zuließe. Das ist das Ergebnis einer Studie der Strategieberatung Roland Berger, wie die "Welt am Sonntag" berichtet.

Das Kalkül, das die Berater zugrunde gelegt haben, laute wie folgt: Wer Beschäftigte mit unterschiedlichem Hintergrund besser integriert, erreicht eine geringere Fluktuation und kann so Kosten für die Suche und Einarbeitung neuer Mitarbeiter sparen. "Vielfalt lohnt sich. Sie steigert den Gewinn von Unternehmen und ist die richtige Antwort auf den drohenden Fachkräftemangel", sagte die Autorin der Studie, Berger-Principal Carolin Griese-Michels.

Bei der Befragung von 40 international agierenden deutschen Konzernen hätten sich jedoch noch viele Defizite ergeben.

"Ein Grundproblem liegt oft schon bei der Einstellung", sagte Griese-Michels. Viele Führungskräfte suchten – bewusst oder unbewusst – nicht unbedingt den besten Bewerber aus, sondern jemanden, der ihnen ähnlich sei. Self-Cloning nennen Fachleute das Phänomen.