Der mit rund 800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zirka 140 Millionen Euro zu den größten Unternehmen in Sachsen-Anhalt zählende Stahlturm- und Apparatebau Magdeburg sieht sich aufgrund der weiter zunehmenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in seiner langfristigen Firmenstrategie bestätigt. Zudem hat sich das Unternehmen analog zu seinen zwei Produktionsstandorten in Magdeburg in zwei rechtlich selbständige Unternehmenseinheiten aufgespalten.

Magdeburg. Das anhaltend stetige Wachstum des Magdeburger Stahlturm- und Apparatebaus und das damit einhergehende größere Leistungs- spektrum schlagen sich nun auch in der öffentlichen Stellung eines der größten sachsen-anhaltischen Unternehmens nieder. Entsprechend seinen zwei Fertigungsstandorten in der Landeshauptstadt hat das Unternehmen diese Struktur gesellschaftsrechtlich in zwei selbständig agierenden Firmen abgebildet.

Die traditionelle Firmenbezeichnung "SAM" steht weiterhin für die Produktion von Stahltürmen sowie von verschiedenen Komponenten des schwereren Stahlbaus für Windenergieprojekte, für den Stahlwasser- und Stahlbrückenbau sowie Mühlen für die Zementindustrie und Erzaufbereitung. In der neuen Maschinen- und Anlagenbau Magdeburg GmbH (MAM) werden Stahlbaukomponenten für den Maschinen- und Anlagenbau gefertigt.

Der Zukunft sehen SAM und MAM ausgesprochen optimistisch entgegen. "Wir erwarten durch die weltweit propagierte Energiewende einen weiteren Produktions- und Entwicklungsschub", sagte Vertriebschef Bernd Linnemann im Volksstimme-Gespräch. "Die erneuerbaren Energien sind in unserer Unternehmensstrategie langfristig eingebundene Geschäftsfelder, auf denen wir technologisch sehr gut aufgestellt und allen Anforderungen gewachsen sind", fügte er hinzu. Dabei wollen sich die Magdeburger nicht nur auf das Thema Windenergie fokussieren. Im Blick haben sie auch die Wasserkraft. Die Produktion von Stahlbaukomponenten für Wasserkraftwerke im In- und Ausland habe sich mittlerweile zu einem neuen Standbein entwickelt, berichtete Linnemann. So wurden unter anderem die Wasserkraftwerke in Raguhn im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und das Weserkraftwerk in Bremen mit Magdeburger Hilfe erbaut. Für eines der größten Wasserkraftwerke in der Schweiz liefert SAM spezielle Druckrohrleitungen, in denen rund 10000 Tonnen Stahl stecken.

Einen "sehr großen Auftragszulauf" erfährt SAM derzeit aus dem Stahlbrückenbau. Nachdem im Bereich der Binnenwasserstraßen größere Objekte kaum mehr umgesetzt würden, kristallisiere sich mit dem Bau von Großbrücken vor allem über Autobahnen und Eisenbahnstrecken ein neuer Auftragsschwerpunkt heraus, erläuterte Linnemann. Neben in Bau befindlichen größeren Straßenbrücken wie die Hunte-Klappbrücke bei Huntebrück (Niedersachsen), der Peenebrücke in Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) und einem Brückenzug in Duisburg erhielt SAM aktuell neue Aufträge über zwei komplette Eisenbahnbrücken in Hamburg und Berlin.

Das insgesamt positive Geschäftsumfeld für SAM und MAM schlägt sich konkret im Ordereingang nieder. Hier verbuchten die Magdeburger im vergangenen Jahr ein nunmehr sukzessiv wirksam werdendes Auftragsplus von 12 Prozent auf erstmals über 150 Millionen Euro. Beim Umsatz erreichte das Unternehmen mit insgesamt rund 800 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 140 Millionen Euro. Zum Vergleich: 1997 war SAM mit einem Umsatz von acht Millionen Euro und 80 Beschäftigten an den Start gegangen.

Großes Augenmerk legt man bei SAM und MAM im Hinblick auf den sich abzeichnenden Facharbeitermangel auf die Aus- und Weiterbildung in der eigenen, beispielsweise mit Schweißrobotern ausgestatteten Ausbildungsstätte. Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres werden bei SAM und MAM 70 junge Leute eine Lehre unter anderem zum Konstruktionsmechaniker und Elektroniker machen, zehn mehr als im vergangenen Jahr.

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