San Francisco (dpa). Google rüstet seinen Android-Marketplace mit Filmen und Musik kräftig auf und tritt damit gegen Apples iTunes Store und Amazon an. Über den neuen Musikdienst "Music Beta by Google" können Android-Anwender mit ihren Smartphones, Tablets und Laptops bis zu 20000 Songs in der "Wolke" Internet speichern und von überall aus abrufen. Das kündige Google-Produktmanager Hugo Barra auf der Entwickler-Konferenz I/O in San Francisco an. Neben Apps, Büchern und Musik sollen über die Google-Dienste auch Filme künftig per Streaming zur Verfügung stehen. Filme sollen für Kunden in den USA ab 1,99 Dollar verfügbar sein, kündigte Barra an. Der Oscar-prämierte Kinofilm "The King‘s Speech" kann beispielsweise für 3,99 Dollar ausgeliehen werden.

Der Dienst "Music Beta by Google" kann in der Startphase vorerst nur für ausgewählte Nutzer in den USA genutzt werden können. Nach dem Hochladen in die Cloud soll der Anwender auf seine Musik-Bibliothek von überall aus zugreifen können. "Keine Drähte, kein lästiges Synchronisieren, alles ist immer sofort verfügbar", versprach Google.

Das Erscheinungsbild ähnelt unverkennbar dem der Musikbibliotheken von Apples iTunes. Die Geräte von Apple erfordern allerdings eine Kabelverbindung. Bei dem Google-Dienst sollen die auf dem PC angelegten Playlisten drahtlos auf dem Smartphone erscheinen. Für die Verwaltung der Songs und den Abgleich mit der Internet-"Wolke" gibt es den "Music Manager" sowohl für Windows als auch für Mac OSX.

Google hat für "Music Beta" keine Lizenz-Vereinbarungen mit der Musikindustrie getroffen, obwohl einige Labels für die Streaming-Nutzung auf speziellen Verträgen bestehen. "Der Dienst ist völlig legal, weil es sich um Musik handelt, die dem Anwender bereits gehört", sagte Jamie Rosenberg, der bei Google für die digitalen Inhalte für die Android-Plattform verantwortlich ist. Google feierte auf der I/O seinen Erfolg mit dem mobilen Betriebssystems Android. Inzwischen seien über hundert Millionen Android-Geräte von 36 Geräteherstellern weltweit in Betrieb. "Wir aktivieren über 400000 Android-Geräte täglich", sagte Barra. Nach dem Erfolg im Smartphone-Markt hat Google sein neues, auf Tablets angepasstes Android-Betriebssystem "Honeycomb 3.1" mit erweiterten Funktionen für die Unterstützung von USB- und Kamera-Anschluss sowie einer Tastatur und eines Game-Controllers ausgestattet.

Eine neue Android-Version "Ice Cream Sandwich" soll die unterschiedlichen Android-Versionen zusammenführen. Google reagiert damit auf Beschwerden aus der Entwickler-Community, auf die bislang zerklüftete Android-Landschaft.