Eines der größten und bedeutendsten Innovations- und Gründerzentren in Sachsen-Anhalt feiert heute Geburtstag. Die Geschäftsführung des IGZ in Barleben bei Magdeburg zieht im Volksstimme-Gespräch eine positive Bilanz der vergangenen 20 Jahre und spricht über neue Pläne.

Barleben/Magdeburg. Der IT-Dienstleister Regiocom mit heute mehr als 1200 Beschäftigten, der Brennstoffzellen-Testsystem-Spezialist FuelCon, das gemeinnützige Institut der angewandten Forschung ifak – diese Namen stehen stellvertretend für die nunmehr 20-jährige Geschichte des Innovations- und Gründerzentrums (IGZ) in Barleben bei Magdeburg. Als junge Unternehmen in dessen markanten Gemäuern aufgewachsen, haben sie längst ein neues Zuhause in eigenen Räumlichkeiten gefunden.

"In den vergangenen 20 Jahren haben sich aus dem IGZ 120 Unternehmen ausgegründet. Mit allen Unternehmen wurden bisher rund 2500 vorwiegend innovative und vor allem auch nachhaltige Arbeitsplätze in der Region geschaffen", berichtet Geschäftsführer Jürgen Ude. "In der Summe ist das IGZ ein Vorzeigemodell", würdigt er damit auch die langjährige Arbeit seines Vorgängers in dem Amt, Udo Häfke.

Das IGZ war im Mai 1991 auf grüner Wiese gegründet worden, um Existenzgründern, wissenschaftlichen Einrichtungen und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, Produktideen zur Marktreife zu führen. Gesellschafter sind die Landeshauptstadt Magdeburg (40 Prozent), die Stadtsparkasse Magdeburg (25,2 Prozent), die Industrie- und Handelskammer Magdeburg (25,2 Prozent) sowie die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (9,6 Prozent).

Heute ist die vermietbare Fläche von insgesamt 20000 Quadratmetern zu mehr als 90 Prozent ausgelastet, so Ude. Unter den Dächern der insgesamt zwei Gebäude in Barleben und einem Haus in Magdeburg arbeiten derzeit 65 Unternehmen mit fast 500 Beschäftigten, die sich überwiegend mit den Themen Automobilität und Sondermaschinenbau beschäftigen.

Das IGZ sieht sich aber nicht nur als "Durchlauferhitzer" und Vermieter für junge Start-ups. "Wir haben beispielsweise die Federführung über ein europäisches Projekt für Technologieparks übertragen bekommen, in dem es darum geht, derartige Zentren unter anderem in Polen und Großbritannien mit dem Schwerpunkt Automotive/Maschinenbau zu entwickeln und Hilfestellung bei deren Bewirtschaftung zu geben", erläutert Ude. Des Weiteren sei das IGZ seit mehreren Jahren für die Stadt Magdeburg Projektträger für die Weiterbildung und Qualifizierung von Existenzgründern.

Perspektivisch soll sich das Gebiet um das IGZ zu einem "Science-Park" entwickeln, schwebt Ude vor. Die Chancen für einen Campus aus sich neu ansiedelnden Unternehmen um den Kern IGZ stünden nicht schlecht.

Mit dem dort beheimateten automobilen Netzwerk "Mahreg Automotive" und dem Forschungsinstitut für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) gebe es vielversprechende Anknüpfungspunkte für Kooperationen mit Branchenunternehmen etwa unter dem Aspekt der Elektromobilität.