Frankfurt/Main (dpa). Die teilverstaatlichte Commerzbank macht unbeirrt vom Kursrutsch der vergangenen Wochen mit ihrer Mega-Kapitalerhöhung weiter. Heute beginnt der letzte der für die Altaktionäre schmerzhaften Schritte, mit denen sich das Institut von einem Großteil der Staatshilfen trennen will. Die Bank wirft gut 2,4 Milliarden neue Aktien zum Preis von 2,18 Euro pro Stück auf den Markt. Die Zahl der Aktien verdoppelt sich dadurch noch einmal. Um die neuen Scheine loszuwerden, gibt es einen kräftigen Rabatt. Die Commerzbank will so knapp vier Milliarden Euro am Markt einsammeln.

Rechnerisch kommen die neuen Aktien mit einem Abschlag von 45 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag auf den Markt. Altaktionäre haben das Recht, für elf bisherige Scheine zehn neue zu ordern. Ziehen sie bei der Kapitalerhöhung nicht mit, droht ihnen eine erhebliche Verwässerung ihrer Anteile. Die Bezugsrechte für die neuen Aktien werden von heute bis zum 1. Juni gehandelt. Wenn am 7. Juni erstmals die neuen Papiere an der Börse gehandelt werden, wird die Commerzbank 5,1 Milliarden Aktien auf dem Markt haben. Mit dem Erlös will sich der Dax-Konzern von einem Großteil der in der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen trennen. Bis Mitte Juni sollen 14,3 Milliarden Euro der noch 16,2 Milliarden Euro schweren Stillen Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin zurückgezahlt werden. Bis spätestens 2014 soll die Staatshilfe komplett getilgt sein.

Der Staat selbst trägt die Kapitalerhöhung voll mit und steuert weitere 2,75 Milliarden Euro bei, um seine Beteiligung von 25 Prozent plus einer Aktie zu behalten und dadurch weiterhin Einfluss auf die Geschäftspolitik der Bank zu haben.