Lebensmittel von kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Sachsen-Anhalt haben es schwer, in die Regale der Handelsketten und Supermärkte zu kommen. Über den Stellenwert regionaler Produkte bei EDEKA Minden-Hannover sprach Volksstimme-Redakteurin Bettina Koch mit Vorstandssprecher Dirk Schlüter.

Volksstimme: Sachsen-Anhalts Ernährungswirtschaft ist mittelständisch geprägt. TV- und Rundfunkwerbung sind für kleine Firmen unbezahlbar. Welche Chancen haben die Unternehmen, bei EDEKA in die Regale zu kommen?

Dirk Schlüter: Wir sind schon von der Konstruktion her lokal ausgerichtet. Die selbständigen Einzelhändler entscheiden, was gemacht wird. An den bekannten Marken wie Kathi, Halloren oder Rotkäppchen kommt natürlich keiner vorbei. Zusätzlich wird aber um jeden Markt ein Kreis mit einem Radius von 30 Kilometern gezogen, in dem die möglichen Partner angesprochen werden. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben wir 60 regionale Lieferanten mit ins Boot genommen. Darüber hinaus wird vieles zwischen den selbständigen Einzelhändlern und lokalen Lieferanten im Direktgeschäft abgewickelt. So kommen auch die kleinen Produzenten zum Zuge, die zu geringe Mengen anbieten, um großflächig gelistet werden zu können.

Volksstimme: Wie schlägt sich diese Strategie in den Umsätzen nieder?

Schlüter: Es geht jedes Jahr ein Stückchen weiter nach oben, auch 2010 lässt sich gut an. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg zusammen haben wir im vergangenen Jahr fast zwei Milliarden Euro umgesetzt. Der Anteil regionaler Produkte am Gesamtumsatz liegt bei 15 bis 20 Prozent. Pro Jahr verkaufen wir zum Beispiel gut 30 000 Tonnen Gemüse aus Börde und Altmark.

Volksstimme: Welche Auswirkungen hat die Präsenz heimischer Produkte in den Marktregalen Ihrer Erfahrung nach auf die Kundenbindung und -zufriedenheit?

Schlüter: Das große Ziel muss sein, Kunden nicht nur zufriedenzustellen, sondern sie zu begeistern. Dazu gehören für uns die Liebe zum Lebensmittel, damit werben wir, und Kompetenz. Wir zeigen, dass wir wissen, was wir in unsere Regale stellen. Nicht umsonst hat EDEKA Minden-Hannover drei eigene Werke zur Fleischherstellung und Wurstverarbeitung. Für Sachsen-Anhalt und Brandenburg wird bei Bauerngut in Könnern produziert. Darüber hinaus haben wir Verträge mit Zerlegebetrieben wie Tönnies in Weißenfels sowie mit Landwirten aus der Region. Auch das Brot backen wir selbst, in Sachsen-Anhalt bei Schäfer‘s in Teutschenthal und Osterweddingen.

Bilder