Vor 20 Jahren war EDEKA in die Region zurückgekehrt, aus diesem Grund fand die diesjährige Generalversammlung mit mehr als 600 selbständigen Einzelhändlern der Regionalgesellschaft Minden-Hannover gestern in Magdeburg statt. Mit 17 000 Mitarbeitern und 1000 Auszubil- denden in Sachsen-Anhalt und Brandenburg ist EDEKA einer der wichtigsten Arbeitgeber und Ausbilder.

Magdeburg. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 6,4 Milliarden Euro, die Beschäftigtenzahl bei 50 000. Damit ist EDEKA Minden-Hannover die größte von bundesweit sieben Regionalgesellschaften. Mit knapp 2 Milliarden Euro trugen die Märkte in Sachsen-Anhalt und Brandenburg im vergangenen Jahr zum Geschäftserfolg bei.

Seit der Wende wurden in den beiden Ost-Bundesländern insgesamt 900 Millionen Euro investiert und 215 Einzelhändler in die Selbständigkeit begleitet. Insgesamt gehören mehr als 450 Einzelhandelsmärkte, zehn C+C-Großmärkte, sechs Großhandels-Lager und drei Produktionsbetriebe in den beiden Ländern zu der Regionalgesellschaft, deren Revier sich von der niederländischen bis zur polnischen Grenze quer durch Deutschland zieht. Hinzu kommen 150 NP-Märkte.

Vorstandssprecher Dirk Schlüter blickte auf der Generalversammlung gestern zurück auf den Wiedereinstieg im Osten und sprach von einer faszinierenden Zeit. "Schon im Januar 1990 haben meine Kollegen und ich die ersten Kontakte zu Vertretern der Kombinate und staatlichen Stellen, zu HO und Konsum, zu WtB – Waren des täglichen Bedarfs –sowie OGS – Obst, Gemüse, Speisekartoffeln – und zum letzten verbliebenen EDEKAner in Staßfurt geknüpft. "Jeden Montag haben wir uns zu viert im Auto Richtung Osten aufgemacht. Niemand hatte uns gerufen, niemand hatte uns geschickt, aber das ist Marktwirtschaft", so Schlüter. Um Erfolg zu haben, sei es erforderlich gewesen, nicht nur schnell zu sein, sondern vor allem Vertrauen zu gewinnen. Beides sei gelungen, so Schlüter, der damals Geschäftsbereichsleiter Unternehmensentwicklung gewesen war und sich vornehmlich um den Großhandel gekümmert hatte.

1990 habe EDEKA bereits 90 Märkte umgeflaggt und etwa ebenso viele Existenzgründungen angeschoben, blickte der heutige Vorstandssprecher zurück. 1991 sei in Sachsen-Anhalt und Brandenburg bereits ein Jahresumsatz von 400 Millionen DM erzielt worden. Inzwischen sind es 2 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Wichtig für den Erfolg ist laut Schlüter der gute Kontakt zu regionalen Erzeugern. Um diesen weiter zu vertiefen, werden Regionalbörsen veranstaltet, auf denen sich die heimische Ernährungswirtschaft mit ihren Produkten präsentieren und so ihre Absatzchancen erhöhen kann. Am 14. und 15. August findet in Halle die nächste große Börse statt, der Sonnabend ist den Einzelhändlern vorbehalten, am Sonntag können sich die Verbraucher informieren. Außerdem werden jedes Jahr mehrere kleine Regionalbörsen organisiert.