Stuttgart (dpa). Der Prüfkonzern Dekra will mit millionenschweren Zukäufen die Internationalisierung vorantreiben. Mehr als 500 Millionen Euro könnten für Akquisitionen eingesetzt werden, sagte Vorstandschef Stefan Kölbl gestern in Stuttgart. "Wir wollen weiter angreifen und haben schon Kandidaten auf unserer Liste." Für 2010 peilt Dekra ein zweistelliges Umsatzplus an. Die Hälfte des Erlöswachstums soll über die Zukäufe realisiert werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Dekra bereits das internationale Geschäft verstärkt und den Konzernumsatz um 7,2 Prozent auf mehr als 1,7 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern sei mit rund 102 Millionen Euro um knapp zwei Prozent gewachsen, erklärte Kölbl, der seit Jahresbeginn an der Dekra-Spitze steht. Auch der Start ins laufende Geschäftsjahr verlief positiv. Der Umsatz in den ersten vier Monaten liege mit rund 587 Millionen Euro um 5,5 Prozent über Vorjahr. Die Mitarbeiterzahl wurde weltweit um 1800 auf rund 22 000 erhöht. Davon kamen 1200 Beschäftigte durch Zukäufe hinzu. Im laufenden Jahr will Dekra erneut bis zu 700 Jobs schaffen. Vor allem im Ausland sollen neue Mitarbeiter eingestellt werden. Insgesamt arbeiten 60 Prozent der Beschäftigten des Prüfkonzerns in Deutschland.

"Unsere strategisch bedeutsamen Akquisitionen in Brasilien, den Niederlanden und in Schweden haben uns international gut vorangebracht", sagte der Manager. "Dekra wird die andauernde Konsolidierung der Branche weiterhin aktiv mitgestalten." In den vergangenen fünf Jahren haben die Stuttgarter rund 30 Mal zugekauft. Der Prüfkonzern ist in mehr als 50 Ländern aktiv. Der Umsatzanteil der ausländischen Gesellschaften liegt mittlerweile bei knapp 30 Prozent. Mittelfristiges Ziel von Dekra ist ein Auslandsanteil von 50 Prozent.