Hamburg (ddp). Angesichts des auf absehbare Zeit schwachen Wachstums in Westeuropa setzt die Volkswagen AG auf Boomregionen wie China oder Indien. Im Reich der Mitte dürften die Autoverkäufe bis 2018 um rund drei Viertel zulegen, sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn gestern auf der Hauptversammlung in Hamburg. "Der indische Markt dürfte sein Volumen im gleichen Zeitraum mehr als verdoppeln", fügte er hinzu. Auch Südamerika und Osteuropa böten enorme Chancen.

In all diesen Märkten wollten die Wolfsburger stärker wachsen als die Konkurrenz, sagte Winterkorn. In Indien etwa setzt Europas größter Automobilbauer dabei auf die Zusammenarbeit mit dem japanischen Kleinwagenbauer Suzuki. Mittelfristig wollten die Wolfsburger in China mehr als zwei Millionen Neuwagen im Jahr verkaufen, gab Winterkorn als Ziel vor. In Brasilien sollen es bis 2014 rund eine Million Konzernfahrzeuge sein.

Auf seinem Weg zur weltweiten Nummer eins hat sich Volkswagen ehrgeizige Ziele gesetzt. Mittelfristig will der Konzern jährlich rund acht Millionen Neuwagen und Nutzfahrzeuge seiner neun Marken von Audi bis zum Lkw-Hersteller Scania verkaufen. Das wären 27 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Bis zum Jahr 2018 sollen mehr als zehn Millionen Autos an die Kunden ausgeliefert werden. Bis dahin wollen die Deutschen den japanischen Rivalen Toyota an der Weltspitze ablösen, der derzeit unter Qualitätsproblemen leidet.

Winterkorn erwartet vom Elektrogipfel Anfang Mai einen "Schub nach vorn". Er bekräftigte seine Forderung, die Forschung vor allem in der Batterietechnologie müsse massiv gefördert werden. Die Top-Manager der deutschen Autoindustrie treffen sich am 3. Mai mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).