Sachsen-Anhalt auf der größten Industriemesse der Welt in Hannover. Aus unserem Bundesland sind rund 50 Aussteller in die niedersächsische Landeshauptstadt gefahren. Gestern war "Sachsen-Anhalt-Tag". Außerdem wurde das "Unternehmen des Monats April 2010" ausgezeichnet.

Hannover. Volles Programm gestern für die Aussteller aus Sachsen-Anhalt. Neben Kunden- und Kontaktgesprächen gab es den "Sachsen-Anhalt-Tag". Ministerpräsident Wolfgang Böhmer und Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (beide CDU) besuchten mehrere Unternehmen, erkundigten sich, wie die Betriebe mit den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise fertig werden und welche Zukunftspläne sie haben.

Als Beispiel, wie man mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurechtkommt, kann die auf Edelstahl- und Metallverarbeitung spezialisierte JS-Lasertechnik aus Stendal gelten. Nicht nur, dass die Altmärker einen breitgefächerten Kundenstamm etwa von Maschinen- und Fahrzeugbauern in der Region und bundesweit haben und für diese mit Hilfe modernster Lasertechnik Prototypen, Einzelteile, Klein- und Großserien fertigen, die Firma mit zehn Mitarbeitern entwickelt auch eigene Produkte.

In Hannover präsentiert Geschäftsinhaber Jens Schumacher einen Holzofen mit einem einzigartigem Verbrennungssystem. "Der Vorteil besteht darin, dass die Verbrennungsluft von allen Seiten gleichmäßig kommt", erläutert er. Überdies verfüge der Ofen nicht mehr über einen üblichen Rost, sondern er werde jeweils auf der alten Asche angefeuert.

"Wir sind im Großen und Ganzen gut durch die Krise gekommen", berichtet Schumacher. Im Februar, März habe sich die Auftragslage sehr gut entwickelt, im Laserbereich arbeite man bereits wieder dreischichtig.

Die erfolgreiche Entwicklung der erst vor drei Jahren gegründeten Firma nahm Wirtschaftsminister Reiner Haseloff gestern zum Anlass, die JS Lasertechnik als Sachsen-Anhalts "Unternehmen des Monats April 2010" auszuzeichnen. "Innerhalb kurzer Zeit hat es die Firma mit viel Ehrgeiz, Risikofreude und vor allem durch den Einsatz von hochqualifizierten und kontinuierlich geschulten Mitarbeitern geschafft, sich bundesweit auf dem Markt zu etablieren", lobte Haseloff.

Nach seinem Messerundgang zusammen mit Ministerpräsident Wolfgang Böhmer traf sich Haseloff mit Vertretern italienischer Unternehmen sowie mit dem Wirtschaftsminister des Schweizer Kantons Aargau, Urs Hofmann, zu Investorengesprächen. Italien ist Partnerland der diesjährigen Hannover Messe.

Das Land gehört auch zu den bedeutendsten Handelspartnern der sachsen-anhaltischen Industrie. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums haben italienische Unternehmen seit 1990 hierzulande 651 Millionen Euro investiert und 13 deutsche Tochtergesellschaften gegründet, unter ihnen Radici, Delipapier und Kartogroup. Insgesamt seien von italienischen Firmen mehr als 1100 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.

"In den Gesprächen mit unseren Ausstellern ist deutlich geworden, dass sich die Stimmung bei den Unternehmen erheblich verbessert hat", zog Haseloff das Fazit seines Messebesuchs. Dass es mit der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt wieder langsam bergauf gehe, würde auch das "lebhafte Investitionsgeschehen in den ersten Monaten dieses Jahres" zeigen.

Haseloff warb gleichzeitig bei den Unternehmen Sachsen-Anhalts für eine Teilnahme am Hugo-Junkers-Innovationspreis 2010. Mit dem Wettbewerb wolle man die Firmen dazu anregen, auch künftig verstärkt in eigenständige, marktreife Innovationen zu investieren. Der mit 40 000 Euro dotierte Preis wird an Unternehmen und Allianzen mit Firmensitz in Sachsen-Anhalt verliehen, die in herausragender Qualität innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen auf den Markt gebracht haben.

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