Dessau-Roßlau (ddp). Die Zahl der Lehrstellenbewerber in Sachsen-Anhalt geht weiter zurück. Rund 9000 Jugendliche registrierten sich bis Mitte März für eine betriebliche Ausbildung, 10,6 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen gestern in ihrer Halbzeitbilanz im Berufsberatungsjahr 2009/2010 der Arbeitsagenturen und Jobcenter mitteilte. Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsplätze liegt bei rund 7600. Das sei die günstigste Stellen-Bewerber-Relation seit Anfang der 1990er Jahre, sagte Lutz Mania, Mitglied der Geschäftsführung der Regionaldirektion. Auf 100 Ausbildungsplätze kämen 119 Bewerber. Im Vorjahr betrug das Verhältnis noch 100 zu 132.

Der demografische Wandel wirke sich immer stärker auf den Ausbildungsmarkt in Sachsen-Anhalt aus. Damit glichen sich Angebot und Nachfrage für Ausbildungsstellen an, schätzte Mania ein. Mehr als 13 Prozent der Bewerber haben den Angaben zufolge bereits jetzt eine Lehrstellenzusage.

Sorgen bereite die Abwanderung von Lehrlingen aus Sachsen-Anhalt. Fast 7800 Jugendliche verließen im vergangenen Jahr ihre Heimat, um sich in anderen Bundesländern ausbilden zu lassen. Beispielsweise gingen 2400 von ihnen nach Niedersachsen und 1500 nach Sachsen. "Bald werden wir mehr Lehrstellen als Bewerber haben", sagte Mania. Die Unternehmen vor Ort müssten den Jugendlichen mehr Anreize bieten, bei ihnen zu lernen.