Frankfurt/Brüssel (dpa). Das Milliardenpaket für Griechenland hat die Finanzmärkte vorübergehend beruhigt. Am Nachmittag war der stützende Effekt bereits wieder verpufft: Der Leitindex DAX rutschte ins Minus. Unterdessen feilten Experten in Brüssel an Details des 45 Milliarden Euro schweren Kreditpaketes für das verschuldete Euroland.

Die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigte, sie stehe voll hinter dem Hilfspaket der Euro-Länder. "Ich bewerte die Entscheidungen des Wochenendes positiv", sagte gestern EZB-Präsident Jean Claude Trichet. Die Euro-Länder hatten am Sonntag beschlossen, Griechenland notfalls mit bis zu 30 Milliarden Euro Krediten unter die Arme zu greifen. Zusätzlich sind Finanzspritzen des Internationalen Währungsfonds (IWF) geplant. Der Zins für mögliche Kredite soll bei fünf Prozent liegen – gut zwei Prozentpunkte unter dem derzeitigen Marktzins.

Nach dem Beschluss der Finanzminister der Euro-Länder hätten sich die Märkte beruhigt, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Michael Offer, in Berlin. Deutschland würde bei möglichen Notfall-Krediten für Griechenland in diesem Jahr bis zu 8,4 Milliarden Euro beisteuern und damit den Großteil unter den Euro-Ländern. Dies gelte für den Fall, dass sich alle anderen Länder beteiligen. Die Mittel würden als Darlehen der Staatsbank KfW mit Bundesgarantie gegeben.

"Jetzt droht den deutschen Steuerzahlern, den Großteil der Griechenland-Hilfen tragen zu müssen", sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke. So werde die fahrlässige Wirtschafts- und Finanzpolitik Griechenlands noch belohnt.