Nur noch wenige Tage, dann öffnet in Hannover die größte Industriemesse der Welt wieder ihre Pforten. Vom 19. bis zum 23. April zeigen mehr als 4600 Aussteller aus 63 Ländern ihre Produkte und Dienstleistungen, darunter 50 aus Sachsen-Anhalt. Die Hannover Messe gilt als wichtiges Stimmungsbarometer und Impulsgeber für die Konjunktur im Maschinen- und Anlagenbau.

Magdeburg. Unternehmen, Forschungs- und Hochschuleinrichtungen aus Sachsen-Anhalt – unter welchen Vorzeichen fahren sie zur größten Industriemesse der Welt? "Wir gehen mit Optimismus auf die Hannover Messe", sagte gestern Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) in Magdeburg.

Als Beleg daführ führte er die aktuelle Verfassung der sachsen-anhaltischen Wirtschaft an, die gut durch das Krisenjahr 2009 gekommen sei. "Ich glaube", fügte er hinzu, "dass wir die Talsohle durchschritten haben".

Auch in den ersten Monaten dieses Jahres habe das "lebhafte Investitionsgeschehen" in Sachsen-Anhalt angehalten, berichtete Haseloff. "Millioneninvestitionen im Chemiedreieck oder die jüngste Erweiterung des Handelskonzerns Otto in Haldensleben sind schon in normalen Zeiten alles andere als selbstverständlich", kommentierte der Minister. "In Krisenzeiten wie dieser werte ich die Investitionen aber als besonderen Vertrauensbeweis für unseren Wirtschaftsstandort."

"Für die Wirtschaft ist die Hannover Messe das Event", ordnete die Präsidentin der Industrie und Handelskammer Halle-Dessau, Carola Schaar, die von einer "hohen Internationalisierung" geprägte Leistungsschau ein.

In der kommenden Woche präsentieren sich aus Sachsen-Anhalt rund 50 Unternehmen aus Sachsen-Anhalt in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Im vergangenen Jahr waren es knapp mehr als 60. Den Rückgang der Ausstellerzahl wollte Haseloff nicht überbewerten. Die Zahl sei "mehr zufällig entstanden" und nicht kriseninduziert. Neben Unternehmen, die ständig in Hannover präsent seien, setzten andere wiederum ihre Teilnahme auch mal aus oder würden sich nach den wechselnden Themenschwerpunkten der Hannover Messe richten. In diesem Jahr lautet deren Motto "Effizienter – Innovativer – Nachhaltiger".

Sachsen-Anhalts Messe-Auftritt ist dreigeteilt: Es gibt wie immer Unternehmen, die auf einem eigenen Stand ausstellen, dann den Forschungsstand, unter anderem mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Hochschule Magdeburg-Stendal, sowie den Gemeinschaftsstand der Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes (IMG) und der IHK Halle-Dessau mit insgesamt 22 Unternehmen und Wirtschaftsfördergesellschaften, davon die Hälfte aus der Altmark.

Beispielsweise hat seit nunmehr vier Jahren Cesima Ceramics aus Wust bei Tangermünde die Hannover Messe regelmäßig im Kalender. Das Unternehmen stellt unter anderem keramische Tiegel für Materialproben her, die Schmelztemperaturen von Supralegierungen von bis zu 2000 Grad Celsius standhalten. Zu den treuesten Firmen am Gemeinschaftsstand gehört die awab Umformtechnik und Präzisionsmechanik GmbH aus Oschersleben, die in diesem Jahr ihr 15. Messejubiläum feiert.