Politik und Wirtschaft haben von der Hannover Messe 2010 optimistische Konjunktursignale ausgesandt. Die Schau sei ein "Zeichen der Hoffnung für die Überwindung der Krise", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern bei ihrem Messerundgang. Es würden Neuheiten präsentiert, die "uns den Weg zeigen, wie wir stärker aus der Krise herauskommen, als wir in sie hineingegangen sind".

Hannover (ddp). Zur weltgrößten Industrieschau haben sich 4821 Unternehmen aus 64 Ländern angesagt, 2249 der Aussteller kommen aus dem Ausland. Obwohl die Flugbeschränkungen Messeteilnehmern die Anreise erschwerten, seien bis Montag "90 Prozent plus x der Aussteller" eingetroffen, sagte ein Messesprecher.

Sachsen-Anhalt ist mit 50 Ausstellern auf der Industriemesse präsent. Neben Unternehmen und Forschungseinrichtungen ist das Land bis Freitag auch mit einem Gemeinschaftsstand vertreten. Am Donnerstag wollen Ministerpräsident Wolfgang Böhmer und Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (beide CDU) die Messe besuchen. Unter anderem ist eine Veranstaltung mit potenziellen italienischen Investoren vorgesehen. Italien gehört zu den wichtigsten Handelspartnern Sachsen-Anhalts und ist in diesem Jahr Partnerland der Hannover Messe.

Der deutsche Maschinenbau sieht sich wieder im Aufwind. Zwar spüre die Branche die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, erwarte aber gleichwohl 2010 eine "schwarze Null", sagte gestern der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Hannes Hesse. Hinter der Null liege eine positive Erwartung, Kunden meldeten sich zurück. Das Auslaufen der Konjunkturprogramme, die hohe Verschuldung der öffentlichen Haushalte oder die Unsicherheiten an den Finanzmärkten setzten aber noch Fragezeichen.

Der deutsche Maschinenbau bleibe Exportweltmeister, betonte Hesse. Trotz eines Minus von 23 Prozent habe man den Titel 2009 mit einem Auslandsumsatz von 110,9 Milliarden Euro verteidigen können. Auch den großen Maschinenbauexporteuren USA und China sei es schlecht gegangen.

Anzeichen einer Wirtschaftserholung machte in Hannover auch die Energiewirtschaft aus. Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stieg der Absatz von Strom und Erdgas im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um knapp fünf Prozent. Gründe für die Entwicklung seien der lange Winter und der "erfreulicherweise ansteigende Industrieverbrauch in Folge der konjunkturellen Belebung", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Hildegard Müller.

Die Energiebranche sei trotz angespannter wirtschaftlicher Lage auch ein "starker Investitionsmotor in Deutschland". Die Branche habe in den vergangenen drei Jahren insgesamt fast 31 Milliarden Euro investiert. Zusätzlich seien in diesem Jahr Investitionen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro geplant, unter anderem für den Bau und die Modernisierung von 63 Kraftwerken. Bis 2017 sollen Kapazitäten mit einer Gesamtleistung von rund 31 000 Megawatt errichtet werden. Außerdem sind Investitionen in die Gas- und Stromnetze vorgesehen.

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