Berlin (dpa). Die Bauern in Deutschland kommen langsam aus der Krise. "Die Stimmung hat sich leicht verbessert", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner gestern in Berlin. Im Konjunkturbarometer vom April beurteilten die Landwirte die aktuelle Lage etwas besser als im Dezember. Das gilt vor allem für Milchbauern. Die Hoffnung auf eine Wende zum Besseren gibt es weiterhin, sie hat aber etwas nachgelassen. Die Bauern seien verunsichert, ob die Finanzkrise schon überwunden ist, sagte Sonnleitner. Eine Kreditklemme gebe es jedoch nicht.

Die Bauern sehen eine Erholung der Preise am Weltmarkt. Der Auszahlungspreis für Milch liege bei 26,4 Cent pro Liter im Durchschnitt, sagte Sonnleitner. "Weitere Preisanstiege müssen und werden folgen." Im vergangenen Jahr hatten die Milchbauern von den Molkereien einige Cent weniger erhalten. Die Nachfrage wachse vor allem in Schwellenländern, die Produktion gehe weltweit – auch wegen einer Dürre in Australien – zurück, sagte Sonnleitner.

Trotz positiver Signale am Milchmarkt sieht der Bauernpräsident aber noch Probleme. Die Einkommen lägen um bis zu 40 Prozent unter anderen Branchen. "Momentan treten wir auf der Stelle", sagte Sonnleitner. Die Kosten blieben sehr hoch. Die Getreidepreise hätten sich nicht bewegt, und auch die Fleischpreise lägen noch auf niedrigem Niveau. Die Bauern befürchten wegen des geplanten Sparkurses der Bundesregierung zudem Kürzungen im Agrarhaushalt.

Für die EU-Agrarfinanzen ab 2014 fordert der Deutsche Bauernverband, die bisherigen Mittel nicht zu kürzen. "Für die EU-Agrarpolitik der 27 Mitgliedstaaten sind zumindest wie bislang ca. 60 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich", heißt es in einem Beschluss der Verbandsspitze.