Hannover. Sachsen-Anhalt auf der Hannover Messe 2010. Gestern ging die größte Industrieschau der Welt zu Ende. Aus unserem Bundesland waren rund 50 Aussteller angereist. Überwiegender Tenor: Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat uns nicht umgeworfen.

Schon zu den Stammausstellern gehört das Halberstädter Unternehmen Novoplast. Die mehr als 60 Mitarbeiter sind Experten für die Herstellung von technischen Schläuchen und anderem für die Medizintechnik und den Fahrzeug- und Maschinenbau. Eingesetzt werden diese beispielsweise in pneumatischen Anlagen, als Kühlschläuche in Computern oder als Elektroisolierschläuche.

Seit September vergangenen Jahres hat sich die Lage im industriellen Auftragsbereich Stück für Stück verbessert, berichtet Verkaufsleiter Marcel Varges. Die Medizintechnik sei von Rückgängen überhaupt nicht betroffen gewesen. Im März habe Novoplast das beste Monatsergebnis seit 20 Jahren erzielt. "Wir haben in der Krise rechtzeitig begonnen, zu agieren", erläuterte Varges. So seien der Verkauf aufgerüstet und die Vertriebsaktivitäten deutlich verstärkt worden. Auch habe man von der Insolvenz eines direkten Wettbewerbers profitieren können. Generell sei der Markt wieder in Bewegung gekommen, konstatiert Varges, der unter anderem Spezialschläuche im Messegepäck hat, die auf sich verändernde Temperaturen mit Farbwechseln reagieren.

Elektrofahrzeuge sollen nicht nur das Erdklima schützen, sondern auch umweltfreundliche Mobilität garantieren. Vor zwei Jahren startete dazu das weltweit größte Pilotprojekt für klimafreundliche Elektroautos: "e-mobility Berlin". Mehr als 100 Elektroautos sind seitdem in Berlin unterwegs und tanken an rund 500 Solarladestationen Strom. Die dafür benötigten "Tanksäulen" stammen größtenteils von einem weiteren Aussteller aus Sachsen-Anhalt, der ERO Edelstahl-Rohrtechnik GmbH in Dambeck. Das Unternehmen mit mehr als 80 Mitarbeitern ist auf maßgeschneiderte Sonderlösungen aus Edelstahl und Aluminium spezialisiert.

Ebenfalls in Hannover präsentierte sich die PSFU ProfilSchleif-, Fertigungs- und Umwelttechnik GmbH aus Wernigerode. Mitgebracht hat das Unternehmen unter anderem die neuen Hinterachsschwingen für BMW-Motorräder.

Aus Sicht von Ausstellern und Veranstaltern hat die Industrieschau wichtige Konjunkturimpulse gesetzt. "Es geht wieder bergauf", sagte der Chef der Messegesellschaft, Wolfram von Fritsch. Der Maschinenbauverband VDMA sprach von einem "Konjunkturfrühling".