Magdeburg. Ein Großteil der Unternehmen im Norden Sachsen-Anhalts sieht die eigene Berufsausbildung als eine Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Dieses Fazit zieht Uwe Dalichow, Geschäftsführer Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg, nach einer Unternehmerumfrage im Kammerbezirk.

Drei von vier Befragten gaben demnach an, mindestens so viele Ausbildungsplätze wie im Vorjahr bereitzustellen. 65 Prozent der Unternehmen wollen mit der Ausbildung in ihrem Betrieb die Fachkräftesituation positiv beeinflussen. "Sie ziehen sich passende Mitarbeiter heran, die sie so auf dem Markt nicht finden", erläuterte Dalichow. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde diese Notwendigkeit immer deutlicher.

Allerdings konnte im vergangenen Jahr jedes vierte Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. 66 Prozent der betroffenen Firmen gaben an, keine geeigneten Bewerber gefunden zu haben. IHK-Präsident Klaus Olbricht stellte fest, dass viele Ausbildungsberufe inzwischen sehr komplex seien. Man müsse sich überlegen, ob derjenige, der später nur die Kabel ziehe, unbedingt die Ausbildung zum Elektroniker absolviert haben müsse. Die dreijährige oder dreieinhalbjährige Ausbildung sei für viele Jugendliche eine Hürde, an der sie scheiterten.

Es gebe deshalb Ansätze, zweijährige Ausbildungen anzubieten mit der Möglichkeit, sich weiterzubilden und die Ausbildung fortzusetzen. "Die demografische Entwicklung wird dazu zwingen, jungen Leuten, die aufgrund der hohen Anforderungen als nicht ausbildungsfähig gelten, andere Angebote zu unterbreiten. Wir brauchen wieder mehr Arbeitsteilung", so Olbricht. Berufe müssten aufgesplittet und einfache Tätigkeiten angeboten werden. Früher hieß das Teilfacharbeiter.

Bis 2025 werde die erwerbsfähige Bevölkerung im Land um ein Drittel sinken. Es drohe ¿ ein Mangel an Arbeitskräften. Deshalb müssten alle Reserven mobilisiert werden, so Olbricht.