Auf dem Arbeitsmarkt geht es schneller aufwärts als erwartet. Wiedereinstellungen nach dem langen Winter und eine anziehende Konjunktur haben die Stellenangebote auf dem ersten Arbeitsmarkt erhöht. Im April waren in Sachsen-Anhalt 162 300 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 10 200 weniger als im März und 18 600 weniger als im April 2009. Mit 13,2 Prozent wurde die niedrigste April-Quote seit dem Jahr 1992 erreicht.

Magdeburg. "Der Arbeitsmarkt trotzt den Auswirkungen der Krise", sagte Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, gestern in Halle. Der Grund liege allerdings nicht allein im Wiederanziehen der Konjunktur, sondern auch am demografischen Wandel, die Zahl der Erwerbspersonen nimmt ab. Dieser Trend werde sich noch verstärken. Alle Akteure am Arbeitsmarkt müssten gerüstet sein, um den steigenden Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern, mahnte er.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) bezeichnete die gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 Prozentpunkte gesunkene Arbeitslosenquote als "außerordentlich erfreulich". Für Übermut bestehe dennoch kein Grund, die Krise sei auch in Sachsen-Anhalt noch nicht ausgestanden, so Haseloff.

Im April wurden in Sachsen-Anhalt 8600 freie Stellen gemeldet, davon 4500 auf dem ersten Arbeitsmarkt. Im Raum Magdeburg konnten allein an Personaldienstleister gut 900 Bewerber vermittelt werden, berichtete Lutz Bartel, Geschäftsführer der Arbeitsagentur in Magdeburg. Die Firmen seien bestrebt, in dieser Konjunkturphase möglichst flexibel zu bleiben.