Magdeburg. Einen speziellen "Sachsen-Anhalt-Kredit" wird es in unserem Bundesland vorerst nicht geben. Das sagte Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) auf einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates der CDU in Sachsen-Anhalt zum Thema "Frühjahrskonjunktur – ist die Krise überwunden?" in Magdeburg. Haseloff zufolge sei diese Entscheidung Ergebnis eines turnusmäßigen Bankengesprächs in der Landeshauptstadt gewesen, an dem neben Vertretern der Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken auch die Kammern teilgenommen hatten.

Die Form des "Sachsen-Anhalt-Kredits" hatten vor wenigen Wochen Bürgschaftsbank (BB) und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) ins Gespräch gebracht. Nach Ansicht der beiden Häuser könne mit einem zinsverbilligenden Kreditinstrument von Landesseite nicht nur Existenzgründungen gezielter als bisher unterstützt oder Liquiditätshilfen punktgenauer gegeben, sondern die Geldversorgung der Wirtschaft auch für die Zeit nach 2013, wo nach dem Ende der aktuellen EU-Förderperiode viele Zuschussprogramme wegfielen, gesichert werden.

Haseloff zufolge hätten die Geldhäuser einhellig versichert, sich weiterhin mit Krediten in der Wirtschaft zu engagieren und keine Engpässe entstehen zu lassen. Außerdem hätten die Banken zugesagt, mit Blick auf viele krisenbedingt schlechter ausfallende Geschäftsbilanzen des Jahres 2009 einen realistischen Blick walten zu lassen und bei Kreditierungsentscheidungen die Entwicklung eines Unternehmens über mehrere Jahre hinweg zu berücksichtigen. Dem Vernehmen nach hat es in der Runde von den Kammervertretern keine drängenden Forderungen nach einem "Sachsen-Anhalt-Kredit" gegeben.

Endgültig aber scheint die Tür nicht zugeschlagen. Haseloff deutete zumindest an, dass es im Falle einer sich nach 2013 "völlig anders" darstellenden Förderkulisse nötig werden könnte, einen wie auch immer gearteten "Wachstumsimpulsgeber" in das Fördergeschäft einzubauen.

Zur wirtschaftlichen Lage in Sachsen-Anhalt sagte Haseloff, er halte von der Grundtendenz die Talsohle für durchschritten. Sachsen-Anhalt werde nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im vergangenen Jahr von 4,7 Prozent in diesem Jahr "deutlich besser" zu liegen kommen. Allerdings werde es in bestimmten Bereichen noch etwa drei Jahre brauchen, um an das Jahr 2008 anzuknüpfen. Damals hatte Sachsen-Anhalt hinter Hamburg das deutschlandweit zweithöchste Wirtschaftswachstum ausgewiesen.

Für die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich Haseloff optimistisch. Er gehe davon aus, dass die im vergangenen Jahr niedrigste Arbeitslosenquote seit 1990 in diesem Jahr noch einmal unterboten werde. Dies liege sowohl an der demografischen Entwicklung als auch an den Unternehmen selbst, die sich einerseits stabilisieren würden, andererseits wieder "nach vorn marschieren".