New York (dpa). Die Bankpleiten in den USA steuern auf einen neuen Rekord zu. Die Einlagensicherung FDIC hat am Freitagabend vier weitere Regionalinstitute geschlossen. Als letztes ging der Desert Hills Bank aus Phoenix in Arizona das Geld aus. Nach nicht einmal drei Monaten ist die Gesamtzahl der Bankpleiten damit auf 40 angestiegen.

Im gesamten vergangenen Jahr waren 140 vor allem kleine US-Institute in den Wirren der Finanzkrise untergegangen. Damit sind die kleinen und mittelgroßen Banken in den USA die Verlierer der Krise. Viele ihrer privaten Schuldner sind arbeitslos geworden und können ihre Raten nicht mehr zahlen. Firmenkunden gingen bankrott.

Die großen Institute – mit Ausnahme der Investmentbank Lehman Brothers – hatte die US-Regierung mit Steuergeldern gestützt. Das sorgte im Nachhinein für erheblichen Unmut. Immer wieder kocht die Debatte um gigantische Boni für die Banker hoch. Viele Großbanken streichen mittlerweile schon wieder Milliardengewinne ein dank ihres riskanten Investmentbankings. Die kleinen Institute, die vom klassischen Kreditgeschäft leben, schreiben dagegen oft Verluste. Dem zuständigen Kontrollausschuss des US-Kongresse machen vor allem die vielen Hypotheken für Gewerbeimmobilien Sorgen. Mancherorts stehen ganze Büro- und Geschäftskomplexe leer.

Mehr als jede dritte der gut 8100 US-Banken ist gefährdet, stellte der Ausschuss im vergangenen Monat fest. Die Einlagensicherung FDIC versucht nun, die Pensionsfonds der öffentlichen Hand als Investoren zu gewinnen. Diese verwalten mehr als zwei Billionen Dollar. Das Geld investieren sie derzeit allerdings eher über Finanzinvestoren. Die FDIC will erreichen, dass sich die Pensionsfonds direkt bei den kleineren US-Banken engagieren und diese damit stützen.