Berlin (dpa). Die Bundesregierung hat die üblichen Benzin-Preiserhöhungen zu Ostern scharf verurteilt und droht den Ölkonzernen mit Konsequenzen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte in der "Bild"-Zeitung: "Es ist unerträglich, dass die Ölkonzerne pünktlich zum Hauptreiseverkehr regelmäßig an der Preisschraube drehen."

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnte die Mineralölkonzerne, vor den Feiertagen den Bogen zu überspannen. Gerade vor Ostern gingen die Preise an den Zapfsäulen auf breiter Front nach oben. "Ob das mit rechten Dingen zugeht, untersucht ja gerade das Kartellamt", sagte Brüderle. Er ärgere sich mächtig über die Preise: "1,44 pro Liter Super – das ist schon happig."

Momentan liegt der Benzinpreis im Schnitt bei 1,43 Euro und für Diesel bei 1,21 Euro je Liter. Bei Super ist es der höchste Stand seit September 2008. Im vergangenen Jahr kostete der Liter Super im Jahresdurchschnitt rund 1,28 Euro, Diesel 1,08 Euro.

Nach Ansicht einzelner Wirtschaftsexperten gibt es derzeit aber keine stichhaltigen Hinweise, dass die Ölkonzerne gezielt die Preise nach oben treiben. "Denn die Benzinpreise haben sich in den letzten Wochen in etwa im Einklang mit den Rohölpreisen verändert", schrieb der Postbank-Experte Marco Bargel in einer Analyse.

Zudem habe der schwächere Euro-Kurs dazu geführt, dass in US-Dollar abgerechnete Öl-Importe nach Europa teurer geworden seien. "Unter Berücksichtigung des Rohölpreisanstiegs und der Euro-Abwertung kann eine übermäßige Verteuerung der Kraftstoffe in Deutschland damit nicht festgestellt werden." Für die kommenden zwölf Monate erwartet die Postbank, dass sich der Rohölpreis in etwa auf dem aktuellen Niveau stabilisieren wird.

Nach Angaben des Automobilclubs ADAC müssen die Autofahrer trotzdem "damit rechnen, dass die Preise noch mal raufgehen könnten", sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Er befürchte, dass der Preis für den Liter Benzin bis Ostern auf diesem Niveau bleibe, dann aber weiter steige.