Berlin ( dpa ). Die Busbranche hält sich bereit für eine Zulassung innerdeutscher Fernbuslinien, die auch Fernzügen der Bahn Konkurrenz machen können. Das im Koalitionsvertrag von Union und FDP formulierte Ziel schaffe eine Möglichkeit, ein sehr preiswertes Verkehrsmittel über lange Strecken anzubieten, sagte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer ( BDO ). Der größte private Bahn-Konkurrent Veolia Verkehr, der auch rund 1500 Busse betreibt, sieht einen " interessanten Markt, den wir uns ganz genau anschauen werden ". Noch gebe es aber keine präzisen Aussagen, wann und wie eine Freigabe kommen könne. Den größten Marktanteil dürften Fernbusse allerdings vom Pkw und nicht von der Schiene holen.

Die schwarz-gelben Regierungspartner haben vereinbart, für eine Zulassung von Fernlinien im Busverkehr das Personenbeförderungsgesetz zu ändern. Bisher ist demnach die behördliche Genehmigung zu untersagen, wenn das Angebot " Verkehrsaufgaben übernehmen soll, die vorhandene Unternehmer oder Eisenbahnen bereits wahrnehmen ". Diese Beschränkung sollte einst den Aufbau des Bahnverkehrs schützen – mit der Ausnahme von Fernbuslinien zum ehemals geteilten Berlin. Möglich sind auch grenzüberschreitende Reisebustouren ins Ausland.

Die Deutsche Bahn ist selbst Deutschlands größter Busanbieter mit rund 13 200 Fahrzeugen, davon knapp 4800 eigenen. Auch auf der Schiene könnten ihre ICE und Intercity bald mehr Konkurrenz bekommen, unter anderem hat die französische Bahn SNCF Interesse an Fernstrecken.