Besonders in unsicheren Zeiten ändern Anleger ihre Meinung oft rasch. Ihre Stimmung kann innerhalb kürzester Zeit ins Gegenteil kippen. Von Gefühlen wie Euphorie und Angst getriebene Naturen unterliegen dabei häufig dem Herdentrieb : Sie kaufen, wenn alle kaufen und verkaufen, wenn alle verkaufen. Per Stimmungsumfrage versuchen einige Anbieter, die Gemütslage von Anlegern zu ergründen und in einem Indikator abzubilden. Davon versprechen sie sich, künftige Kursentwicklungen vorhersehen zu können.

Wichtigstes Angstbarometer ist in Deutschland der VDAXNew der Deutschen Börse, Nachfolger des VDAX. Dieser Index zeigt die erwarteten Kursausschläge, die implizite Volatilität. An der Börse gilt die Volatilität als Kennziffer für das Risiko einer Geldanlage und zugleich als Gradmesser für die Nervosität der Anleger.

Unruhige Märkte mit starken Kursschwankungen deuten auf eine hohe Unsicherheit bei Investoren hin. Der VDAX-New der Deutschen Börse drückt die von professionellen Anlegern am Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite für den DAX aus. Er gibt in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 30 Tagen für den deutschen Leitindex zu erwarten ist. Ein hoher Wert weist auf einen nervösen Markt hin und gilt als Warnzeichen für fallende Kurse. Niedrige Werte lassen dagegen eine Kursentwicklung ohne größere Schwankungen erwarten.

Amerikanisches Pendant zu dem Angstbarometer ist der " Volatility Index " ( VIX ), der die vom Markt erwartete Schwankungsbreite des breiten Aktienindexes S & P 500 erfasst. Im Zuge der Finanzund Wirtschaftskrise schossen VDAX-New und VIX im Herbst 2008 auf Rekordhöhne nahe 90 Punkten.

Seit dem Sommer pendeln beide Volatilitätsbarometer wieder in der üblichen Spanne zwischen 20 und 30 Zählern : Die weltweiten Börsen befinden sich in ruhigerem Fahrwasser. Kein Anleger sollte zittrige Hände bekommen und voreilig seine Positionen verkaufen, sobald den Märkten zwischenzeitlich einmal die Puste ausgeht.