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Agenturen für Arbeit in Sachsen-Anhalt ziehen Bilanz im Berufsberatungsjahr


Bewerber mit gutem Schulabschluss haben auf dem Lehrstellenmarkt die Wahl

08.11.2011 05:28 Uhr |


Von Bettina Koch


Das Berufsberatungsjahr 2010/11 ist zu Ende. In Sachsen-Anhalt kamen auf 95 Ausbildungsstellen 100 Bewerber. Der Anteil betrieblicher Lehrstellen ist gewachsen.

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Magdeburg l "Schulabgänger mit guten Abschlüssen können sich die Stellen aussuchen, Lehrstellenmangel ist derzeit kein Thema", sagte gestern Matthias Kaschte, Chef der Agentur für Arbeit Magdeburg. Zum Abschluss des Berufsberatungsjahres besuchte er den Autozulieferer IFA Rotorion in Haldensleben - Entwickler und Produzent unter anderem von Längs-, Seiten- und Gelenkwellen. Die IFA-Gruppe nehme ihre Verantwortung für die Ausbildung sehr ernst, betonte der Agenturchef.

Im Agenturbezirk Magdeburg seien noch 16 Bewerber unversorgt. "Diese 16 werden in den nächsten Tagen noch von uns hören", so Kaschte. Gut hundert Lehrstellen sind noch unbesetzt. Allerdings passen die Wünsche von Bewerbern und Unternehmen nicht immer zusammen. Und die Firmen nehmen auch nicht jeden.

"Wir brauchen mehr Zerspanungsmechaniker", sagte IFA-Personalchef Torsten Fritz. Aber die Bewerber müssen fit in Mathe und Naturwissenschaften sein, zuverlässig und engagiert. In diesem Jahr haben fünf junge Männer und drei junge Frauen die Ausbildung in diesem Beruf begonnen.

Die Bewerber müssen einen Einstellungstest mit 40 Fragen bestehen und sich in einem persönlichen Gespräch beweisen. "Jede Maschine wird über Computer gesteuert, die Arbeit ist anspruchsvoll", betonte der technische Ausbilder Bernd Sollors.

Die Azubis Robert Karow und Erik Braumann, Zerspanungsmechaniker im 4. Lehrjahr, stehen kurz vor den Prüfungen. Bei IFA haben sie ihren Beruf von der Pike auf gelernt - von der einfachen Drehmaschine bis zur CNC-Maschine. Sie wissen, wie man sein Werkzeug selbst schleift und können Programme schreiben. Auf die Prüfungen werden sie bestens vorbereitet, berichteten beide.

"Unsere Lehrlinge bekommen viel Fürsorge und Unterstützung. Wir wollen, dass alle die Prüfungen gut bestehen, und wir wollen möglichst viele übernehmen", so Personalchef Fritz. Neben Zerspanungsmechanikern werden bei IFA Industriemechaniker, Werkstoffprüfer, Lageristen und Logistiker sowie Azubis in kaufmännischen Berufen ausgebildet.

IFA Rotorion mit mehr als 1000 Mitarbeitern an drei Standorten in Sachsen-Anhalt bildet gegenwärtig 61 Lehrlinge und 15 Studenten dual aus. In den nächsten vier bis fünf Jahren soll die Zahl der Azubis auf 100 aufgestockt werden. Mit den Standorten in den USA hat die IFA-Gruppe 1300 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von 350 Millionen Euro, Tendenz steigend.

Insgesamt wurden im abgelaufenen Berufsberatungsjahr in Sachsen-Anhalt 13981 Ausbildungsbewerber betreut. 13312 Lehrstellen waren gemeldet. Davon waren 11101 betriebliche Lehrstellen (83 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs um gut 6 Prozent. "Die Unternehmen bieten mehr Ausbildungsplätze an, weil sie merken, dass sie jetzt ihre Fachkräfte von morgen an sich binden müssen", erklärte Kay Senius, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

Wegen des guten betrieblichen Angebots seien die außerbetrieblichen Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr um 29,6 Prozent auf 2211 Plätze reduziert worden. In Sachsen-Anhalt waren zuletzt noch 288 Bewerber unversorgt und 652 Lehrstellen unbesetzt. Senius appellierte an die Unternehmen, auch schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben.

Kaschte stellte fest, dass sich rund 40 Prozent der Bewerber auf insgesamt 10 Berufe konzentrieren. Viele junge Frauen wollen Verkäuferin im Einzelhandel werden. Und seit Kochen im Fernsehen kult ist, träumen Männer von einer Karriere als Koch. Gerade technische Berufe böten jedoch Männern und Frauen gute Per- spektiven, so Kaschte. Seite 5



Dokumenten Information
Copyright © Volksstimme 2015
Dokument erstellt am 2011-11-08 05:28:59
Letzte Änderung am 2011-11-08 05:28:59

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Gute Idee! Am besten gehen ältere Politiker mit gutem Beispiel voran. Die sind dank großzügiger Pensionen ja hervorragend versorgt und könnten durchaus sogar noch jemandem bei sich aufnehmen, quasi dezentral. Für mich stellt Haseloffs Idee mal wieder den Versuch dar, die eigene Verantwortung auf andere Personen abzuwälzen. Ähnlich wie die oft geforderte Zivilcourage beim Kampf gegen Rechts, Kriminalität usw.

von ostelbier am 29.03.2015, 14:20 Uhr

Das ist sehr interessanter Artikel. Danke. Aber da wären noch ein paar Fragen. Woher kommt die Zahl 500 Schweine im Bundesdurchschnitt? Eine google-Recherche offenbart einen Bundesdurchschnitt von 1500 Tieren. Davon ist das LSA also gar nicht weit weg. Würde der Herr Puls allen Einwohner des Landes jederzeit Zugang zu seinem Schlafzimmer gewähren? Warum sollten dann Züchter den Zugang zu den Ställen gewähren? Ein Huhn hat ein Gewicht von 3 bis 5kg. Wie schwer ist Herr Puls, dass er sich und Die Einwohner Stendals mit Hühnern vergleicht? Auch wenn Herr Zogbaum sich als Leibeigenen dieser Welt betrachtet - ich tute es nicht. Aber mit den tickenden Zeitbomben hat er recht. Jede Biogasanlage stellt ein Umweltrisiko dar. Berichte und Bilder über die Schäden die diese Anlagen anrichten können, findet man zuhauf im Internet. Falls also gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird, ist eine Initiative überflüssig. Dann kann geklagt werden. Nein, dann muss geklagt werden. Das geht sogar als Einzelperson. Besonders, wenn gegen das Grundgesetz verstoßen wird. Ach ja, und die Kommission... In wie weit ist eine solche Kommission denn unabhängig, wenn sie aus Politikern besteht, die doch vorher diese Anlagen genehmigt haben. Umweltaktivisten, die gegen solche Anlagen kämpfen sind wohl auch als andere als unvoreingenommen und damit wohl kaum unabhängig. Welche "anderen" Gruppen sollen noch dazu? Kernkraftgegner? Kirchenvertreter? Kulturschaffende? Gewerkschafter? Wie wäre es mit Angehörigen der Landwirtschaft? Ach nee - die könnten ja für Massentierhaltung sein. Das würde ja alles wieder kaputt machen. Genauso gut könnte man fordern, das RWE, EON und Vattenfall eine unabhängige Kommission bilden, die Richtlinien für eine ökonomische, ökologische, ethische und soziale zukunftsfähige Kernenergienutzung erarbeiten.

von Altmaerker0815 am 29.03.2015, 13:37 Uhr

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