Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) hat eigenen Angaben zufolge ihren erfolgreichen Weg im vergangenen Jahr fortsetzen können. Geschäftsführung wie FinanzMinister Jens Bullerjahn (SPD) zogen bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse der zentralen Förderbank des Landes gestern in Magdeburg eine positive Bilanz.

Magdeburg. Die Investitionsbank hat im vergangenen Jahr "trotz komplizierter konjunktureller Rahmenbedingungen erneut ein bemerkenswertes Ergebnis erwirt- schaftet", sagte gestern der Sprecher der Geschäftsleitung der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB), Manfred Maas, bei der Vorstellung der Geschäftsergebnisse der Bank für das Jahr 2009. Hatte die IB 2008 einen Überschuss von 532 000 Euro ausgewiesen, flossen aus der Geschäftstätigkeit des vergangenen Jahres 4,7 Millionen Euro in die Rücklagen.

"Angesichts eines turbulenten Jahres kann der Finanzminister zufrieden sein", kommentierte Ressortchef Jens Bullerjahn (SPD) das Ergebnis. "Die IB ist aus den Kinderschuhen heraus und ist jetzt die Förderbank", fügte Bullerjahn, der auch Vorsitzender des IB-Verwaltungsrates ist, hinzu.

Die IB habe bei der Unterstützung von Unternehmen in der Krise "Beachtliches" geleistet, lobte der Minister. Die Bank habe das 100-Millionen-Euro-Unterstützungspaket für den Mittelstand aus dem Landeshaushalt gut betreut und so der Wirtschaft geholfen, kurzfristig und unkompliziert Finanzprobleme zu lösen. Allein über die zentrale Hotline der IB gab es 2009 rund 12 150 Beratungskontakte, fast 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Investitionsbank war 2004 aus dem Landesförderinstitut (LFI) hervorgegangen und agiert heute als "Anstalt in der Anstalt" unter dem Dach der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), die auch Landesbank für Sachsen-Anhalt ist. Durch die Gewährträgerhaftung des Landes und der Einbringung des Wohnungsbauvermögens des Landes in Höhe von rund 100 Millionen Euro kann sich die IB am Kapitalmarkt refinanzieren und auch eigene Finanzprogramme auflegen.

Als einzige deutsche Förderbank vergibt die IB unter anderem Darlehen im Direktgeschäft. Maas zufolge sei es für die IB am Kapitalmarkt derzeit kein Problem, sich Geld zu günstigen Bedingungen etwa von Refinanzierungspartnern wie der KfW-Bankengruppe oder der europäischen Investitionsbank zu besorgen.

Die Bilanzsumme der IB erhöhte sich im vergangenen Jahr gegenüber 2008 um 14,4 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Im Zuschussgeschäft wurden ausweislich des Geschäftsberichts 4171 Anträge von Unternehmen (plus 33 Prozent) über eine Gesamtsumme von 598 Millionen Euro (plus 18 Prozent) bewilligt. Das Darlehensgeschäft verdoppelte sich sowohl hinsichtlich der Bewilligungszahl (1798) als auch des Darlehensvolumens (197,7 Millionen Euro). Die Ablehnungsquote habe bei 40 Prozent gelegen. Als Vorsorge für künftige Ausfälle nahm die IB eine Wertberichtigung von zwei Millionen Euro vor.

Im Rahmen der Wirtschaftsförderung sei das Investitionsinteresse mit 338 Zusagen bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von 1,28 Milliarden Euro "ebenfalls anhaltend hoch" gewesen, betonte Maas: "Trotz Krise war 2009 das Interesse an Investitionen in Sachsen- Anhalt ungebrochen und auf ähnlich hohem Niveau wie im Vorjahr." So seien eine Reihe von Großinvestitionen und anderem in der IFA-Maschinenbau GmbH, der Otto-Group (beide Haldensleben) und der Trimet Aluminium AG in Harzgerode auf den Weg gebracht worden.

Insbesondere der spezielle KMU-Darlehensfonds, über den im vergangenen Jahr 110 Millionen Euro ausgereicht worden seien, habe sich als ein die Liquidität sicherndes Instrumentarium bewährt, bilanzierte Maas. Die Nachfrage nach dem Produkt etwa zur Vorfinanzierung von Aufträgen sei nach wie vor hoch.

"Wir konnten in einem wirtschaftlich schwierigen Jahr finanz- und förderpolitisch stabilisierend wirken, tiefe Einbrüche verhindern und Wege ebnen helfen", unterstrich Maas: "Jetzt, wo die konjunkturelle Eiszeit so gut wie vorüber ist, können wir bezogen auf unser Krisen- und Fördermanagement in Sachsen-Anhalt durchaus davon sprechen, dass wir viele Unternehmen wieder in ruhigeres Fahrwasser begleiten konnten."

Die einheimische Wirtschaft habe in der IB einen starken Partner, der die Unternehmen "gezielt und geschickt" unterstützt, hielt Nord/LB-Vorstandsmitglied Hinrich Holm fest. Mit der IB, den Sparkassen, der Nord/LB und der Landesregierung gebe es hierzulande "sehr gut aufgestellte" Institutionen, die in der Krise stabilisierend gewirkt hätten.

Künftig werde sich die IB mit ihren mehr als 300 Mitarbeitern neben dem klassischen Fördergeschäft zunehmend auf die Entwicklung von Darlehensprodukten mit revolvierendem Charakter sowie von neuen Produkten in wichtigen Zukunftsbereichen wie Innovation, Medien, Umwelt und Wohnen konzentrieren, kündigten Bullerjahn und Maas an.

Vor dem Hintergrund der angespannten öffentlichen Haushalte und des Auslaufens europäischer Förderprogramme werde es künftig etwa bei der Investitionsförderung zu einer Mischform von reinem Zuschuss und einem rückzahlbaren zinsgünstigen Darlehen kommen müssen. Höchstförderzuschüsse von bis zu 50 Prozent seien "nicht mehr zu halten", sagte Bullerjahn.