Düsseldorf (dpa). Ex-IKB-Bankchef Stefan Ortseifen muss sich vor Gericht nicht mehr wegen Untreue verantworten. Das Düsseldorfer Landgericht stellte diesen Komplex gestern ein, weil die zu erwartende Strafe für diesen Teil der Anklage voraussichtlich nicht ins Gewicht falle. Der Prozess gegen Ortseifen wird dennoch fortgesetzt: Ihm droht – das hatte das Gericht bekräftigt – eine Verurteilung wegen Marktmanipulation. So soll er die Lage der Bank noch wenige Tage vor deren Absturz irreführend beschönigt haben.

In Zweckgesellschaften außerhalb der Bilanz hatte die IKB 17 Milliarden Euro in strukturierten Wertpapieren angelegt, die zu erheblichen Teilen auf zweitklassigen US-Immobilienkrediten (Subprime) fußten. Ortseifen war außerdem Untreue vorgeworfen worden: So soll er ohne Kenntnis des Aufsichtsrats Umbauten an seiner Dienstvilla für 120 000 Euro auf Kosten der Bank veranlasst haben.

Ortseifens Verteidiger hatten die Ausgaben als notwendige, werterhaltende Sanierung bezeichnet. Dafür habe der Aufsichtsrat dem Vorstand freie Hand gelassen. So war an der von Ortseifen bewohnten Villa ein größerer Wintergarten errichtet, eine Umzäunung vorgenommen und eine neue Küche eingebaut worden.

Mit der Schieflage der IKB hatte die weltweite Finanzkrise vor knapp drei Jahren Deutschland erreicht. Als der US-Hypothekenmarkt zusammenbrach, kostete die Rettung der IKB rund zehn Milliarden Euro. Den Löwenanteil musste die staatliche KfW als Haupteigentümerin der IKB schultern – und damit der Steuerzahler. Ortseifen hatte seine Unschuld beteuert und die Deutsche Bank für die Beinahe-Pleite der IKB verantwortlich gemacht. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wies dies zurück: Die IKB sei bereits in einer massiven Schieflage gewesen, als die Deutsche Bank die Handelslinie zu der Bank gekappt habe.