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Opel-Chef Stracke sitzt zwischen den Stühlen: Im Spagat zwischen Sparwünschen aus Detroit und Expansionsgelüsten bei den Arbeitnehmervertretern verzichtet er zunächst auf den großen Wurf. Ob der kriselnde Autobauer so in die Gewinnzone steuert, ist offen.
Rüsselsheim (dpa) l Der Kahlschlag beim kriselnden Autobauer Opel bleibt aus. Im zweiten Anlauf hat Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke den Aufsichtsrat von seinem überarbeiteten Sanierungsplan überzeugt, wie die Adam Opel AG am Donnerstag in Rüsselsheim mitteilte.
Heikle Passagen wie Werksschließungen oder Stellenabbau tauchen in dem Konzept nicht mehr auf, mit dem Opel nach Milliardenverlusten in den vergangenen Jahren wieder auf die Erfolgsspur fahren will. Wann die Gewinnzone erreicht werden soll, blieb offen. Um die teuren Überkapazitäten abzubauen, sollen Modelle wie der kleine SUV Mokka, der Antara oder der Agila statt bisher in Korea künftig in Europa vom Band rollen. Beobachter erwarten, dass auch Modelle des französischen Partners Peugeot-Citroen bei Opel gebaut werden könnten. Das Unternehmen weist dies bisher als Spekulation zurück.
In seinem Plan verkauft Stracke viel alten Wein in neuen Schläuchen: Er kündigte eine Investitionsoffensive an, die schon sein Vorgänger Nick Reilly präsentiert hatte. Auch die "neue Exportstrategie" wird von Beobachtern als wenig ehrgeizig bezeichnet und ist im Wesentlichen schon bekannt.
Immerhin: Anders als im März, als Strackes erster Geschäftsplan im Aufsichtsrat durchfiel, billigte das Kontrollgremium nun die Strategie. Damit hat Stracke die lange verhärteten Fronten zwischen dem GM-Management in Detroit und den Gewerkschaften sowie Betriebsräten in Europa durchbrochen. "Der heute angenommene Plan ebnet den Weg für eine starke Zukunft von Opel", sagte GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky. General Motors stehe hinter Opel.
Auch Aufsichtsratsvize und Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug lobte den "Geschäftsplan 2012 bis 2016" als eine gute Basis für die Zukunft der Adam Opel AG: "Die Unterstützung von GM zeigt, wie wichtig für den Konzern das europäische Engineering und die europäischen Standorte von Opel/Vauxhall sind." Opel müsse sich jetzt auf seine Stärken besinnen, um zu wachsen und auch in einem schwierigen Marktumfeld Arbeitsplätze langfristig zu sichern.
Der Plan greift unter anderem bereits angekündigte Investitionen in die Produktpalette von Opel/Vauxhall auf. So sollen in den kommenden vier Jahren 23 neue Modelle, 13 neue Motoren und Getriebe sowie weitere Fahrzeuge mit umweltfreundlicher Antriebstechnik wie der Opel Ampera auf den Markt kommen. Das Ziel: Opel soll auch wieder in Segmenten (SUV, Cabrio) vertreten sein, die der Hersteller zuletzt kampflos der Konkurrenz überließ.
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