Stuttgart (os/dapd) l Die Versandhandelsapotheke DocMorris hat einen neuen Besitzer. Gestern verkündete der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesios die Trennung von seiner niederländischen Tochter inklusive des Markennamens. Die schweizerische Zur Rose AG griff für einen Kaufpreis von 25 Millionen Euro zu. Die zuständigen Behörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

Die Übernahme ist auch aus Sicht von Sachsen-Anhalt von Bedeutung. Zur Rose AG unterhält seine einzige deutsche Niederlassung in Halle. Dort betreibt das Unternehmen ein Arzneimittel-Logistikzentrum mit einer Fläche von über 3000 Quadratmetern und etwa 8000 Lagerplätzen. Von Halle aus werden täglich über 10000 Pakete versandt. Knapp 100 Hallenser arbeiten in der Niederlassung.

Ob die Übernahme Auswirkungen auf das Geschäft in der Saalestadt hat, wollte eine Unternehmenssprecherin in der Schweiz gestern nicht kommentieren. Zur Rose steigt nach eigenen Angaben durch die Übernahme zum mit Abstand größten Anbieter im Medikamentenversand in Deutschland auf. "Durch den Beitritt von DocMorris wird der Umsatz im wichtigsten EU-Markt auf rund 400 Millionen Euro steigen", so Zur Rose gestern in einer Mitteilung. Der Zusammenschluss eröffne erhebliches Synergiepotenzial.

Mit dem Verkauf von DocMorris geht eine schwierige Beziehung zu Ende. Durch die Übernahme des Händlers im Jahr 2007 durch Celesios gab es einen Zielkonflikt mit dessen eigentlicher Stammkundschaft - den Apothekern. Für die ist DocMorris, das von den Niederlanden aus mit deutlichen Rezeptboni punktete, ein gefährlicher Konkurrent. Der Celesios-Vorstandsvorsitzende Markus Pinger, der Mitte 2011 sein Amt antrat, wollte sich deswegen von der Tochter trennen.