Burg/Genthin/Biederitz l Weniger Qualm, mehr Sport: Jeder zweite Einwohner des Jerichower Landes hat sich für das neue Jahr etwas vorgenommen. Laut einer Umfrage der DAK-Krankenkasse zu den guten Vorsätzen für 2014 wollen die Menschen im neuen Jahr vor allem Stress abbauen.

Die Zigarette ist kein Thema bei den Vorsätzen für Kreisbrandmeister Walter Metscher aus Biederitz: "Ich rauche seit 25 Jahren nicht mehr." Allerdings gibt er ganz offen zu: "In meinem Alltag dürfte es durchaus etwas sportlicher zugehen." Auf seinem Wunschzettel für das neue Jahr stehen unter anderem mehr Ausflüge mit dem Fahrrad: "Früher habe ich das zusammen mit meiner Frau viel öfter getan, manchmal bis nach Mecklenburg-Vorpommern."

Ob er das Vorhaben auch umsetzt? Laut DAK-Umfrage halten knapp 60 Prozent ihre guten Vorsätze länger als drei Monate durch. Für die Feuerwehrleute im Jerichower Land wünscht sich Metscher, dass "die Menschen mit Tatendrang ihr Ehrenamt erfüllen. Und dass es uns gelingt, noch mehr junge Leute für unsere Arbeit zu motivieren." Denn: "Wenn es bimmelt, laufen wir los, um andere Menschen zu retten." Privat wünscht sich Metscher vor allem Gesundheit für seine Ehefrau: "Ohne ihre Unterstützung könnte ich mein Ehrenamt nicht ausüben."

Zwei Drittel (66 Prozent) der DAK-Befragten will es im neuen Jahr ruhiger angehen lassen. In keinem anderen Bundesland fühlen sich die Menschen so unter Druck wie in Sachsen-Anhalt. Damit bleibt der Wunsch nach weniger Stress ein Topthema.

Zu kurz kommt für viele Menschen im Jerichower Land das Privatleben: Zwei von drei Befragten wünschen sich mehr Zeit für Familie und Freunde. In eigener Sache wollen sich 52 Prozent im neuen Jahr mehr Zeit nehmen. Dazu gehört auch Kreishandwerksmeister Konrad Zahn: "Ich wünsche mir mehr Zeit für sportliche Aktivitäten wie Laufen, Wandern, Radfahren und die Sauna." Immerhin: Mindestens einmal pro Woche schwitzt der Malermeister aus Gommern auf die finnische Art. Zudem holt er hin und wieder das Fahrrad aus der Garage: "Es kommt vor, dass ich dann über Schönebeck nach Magdeburg radele."

Das Ende eines lästigen Lasters will Zahn jedoch für das neue Jahr nicht ankündigen. "Ich rauche nicht, gönne mir höchstens mal eine gute Zigarre." Aber ein bisschen weniger Alkohol darf es dann doch sein: "Es reicht völlig, wenn es ab und an bei einem guten Tropfen Whisky bleibt."

Für die Handwerker in der Region wünscht sich Zahn ein besseres Jahr als 2013: "Gut gefüllte Auftragsbücher und ein kurzer Winter." Und: "Ich wünsche mir, dass die Probleme des Handwerks von Politik und Gesellschaft gehört werden."

"Es ist wichtig, Stressfaktoren zu erkennen, um dagegen anzugehen", erklärt DAK-Landeschefin Steffi Steinicke. "Denn wer sich dauerhaft gestresst fühlt, ist weder beruflich noch privat ein ausgeglichener Mensch."

Auch die Alltagshektik schlägt vielen Menschen (44 Prozent der Befragten) aufs Gemüt. Fast genauso viele (42 Prozent) beurteilen es als schwierig, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Die Genthiner Touristinfo-Leiterin Marina Conradi meint: "Manchmal wünsche ich mir einen Schalthebel von beruflich zu privat." Es falle ihr schwer, nach Feierabend die dienstlichen Projekte auszublenden. Zu ihren wichtigsten Wünschen zählt sie Gesundheit für ihre elfjährige und sehr kranke Labradorhündin "Lara". "Ich hoffe, dass sie auch das nächste Weihnachtsfest erlebt. Rechnet man die Spaziergänge zusammen, sie wir zwei schon bis nach Spanien gelaufen."

Vorgenommen hat sich die Derbenerin für 2014 mehr Sport: "Ich möchte öfter joggen gehen, habe auch schon damit begonnen, sowie mir mehr Zeit für Yoga nehmen." Hätte sie einen Wunsch frei, würde "ich gaaaanz lange Urlaub machen". Dienstlich will sie die erfolgreichen Projekte wie Kartoffelfest, Spuk im Turm oder den Weihnachtsmarkt fortsetzen: "Wir freuen uns über jeden zufriedenen Besucher unseres Landkreises." Zu ihren größten Sorgen des kommenden Jahres zählt sie die personelle Struktur der Touristinfo: "Wenn die Bürgerarbeiter ersatzlos wegfallen, hat dies natürlich Auswirkungen auf das kulturelle Angebot sowie auf die touristische Vernetzung unserer Region."

Mit zwei Gottesdiensten in Schermen und Möser hat Superintendentin Ute Mertens am Silvestertag das Jahr 2013 ausklingen lassen. "Mitternacht haben wir in kleiner, familiärer Runde daheim in Burg erlebt." Die Frage nach einem freien Wunsch für das neue Jahr beantwortet Ute Mertens so: "Dass Menschen offen, ehrlich und wertschätzend miteinander umgehen." Ehrlich bedeutet für sie, "offen miteinander zu reden, ohne dass sich ein Gesprächspartner verletzt fühlt".

Ganz privat wünscht sich Ute Mertens mehr Raum für die wichtigen Dinge: "Vielleicht muss ich lernen, besser abzuwägen zwischen Dienst und Familie." Und: "Mehr Zeit um für Menschen dazusein, die es wirklich brauchen."

Typisch für die Zeit nach den Feiertagen: Der Schock sitzt tief - zwei Kilo mehr auf der Waage. Dabei waren es zuvor schon zehn zu viel. Im neuen Jahr wird abgespeckt: Vorgenommen hat sich das laut der DAK-Umfrage jeder dritte Deutsche. Doch die Befragung zeigt auch: Nur die Hälfte der Befragten hat ihre guten Vorsätze wenigstens sechs Monate durchgehalten.

   

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