Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein möchte die älteren Einwohner stärker in das Kommunalleben einbinden. Dafür soll ein Seniorenbeirat gegründet werden. Die Idee stellte er im Ordnungs- und Sozialausschuss vor.

Gommern l "Ich sehe die Notwendigkeit, uns mit der Thematik eines Seniorenbeirats einanderzusetzen", erklärte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein. Diesen Vorschlag habe er im zuständigen Fachausschuss, dem Ausschuss für Ordnung und Soziales, unterbreitet. Er sagte, es sei insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels notwendig, die älteren Einwohner der Gemeinde stärker in die Entscheidungen einzubeziehen.

Beispielgebend sollen Nachbargemeinden sein. "In der Gemeinde Hohe Börde gibt es seit 2011 einen so genannten Seniorenbeirat", berichtete er. Das Gremium habe dort eine beratende Funktion gegenüber dem Stadtrat und der Stadt, wenn es um die Belange der Senioren gehe. "Ich stelle mir vor, dass aus dem Beirat Anregungen kommen, Veranstaltungen organisiert werden und weiteres."

Ausschussvorsitzende Christel Döring habe sich positiv zu dem Vorhaben geäußert, erzählte Hünerbein weiter. "Sie plante schon während ihrer Zeit als Vorsitzende des Torstübchenvereins Ähnliches", weiß Jens Hünerbein.

Die Frage sei lediglich, ob sich genug Einwohner finden, die sich in so einem Gremium engagieren wollen, dachte Hünerbein laut nach. "Ich denke dabei an die ¿unruhigen Ruheständler\'", schob er hinterher. Es gebe sicher Menschen, die sich gern einbringen wollen, aber nicht die Verpflichtung als beispielsweise Stadtratsmitglied eingehen zu wollen.

Auch kritische Anmerkungen habe es gegeben, berichtete der Bürgermeister. "Eine Doppelfunktion von Stadtratsmitglieder im Seniorenbeirat wurde kritisch gesehen. Auch die generelle Bereitschaft der Einwohner wurde angezweifelt. Weder bei Ortschafts- und Stadtratsversammlungen oder bei Sprechstunden sei ein reges Interesse unter den Senioren zu bemerken, sagten einige Ausschussmitglieder", so Hünerbein.

Was Hünerbein nicht will, ist "ein Meckerclub für Senioren. Wir brauchen Kritiker, die auch Lösungen anbieten", machte er deutlich. Leute, die mit "offenen Augen eine Seniors durch die Gegend gehen" und konstruktive Vorschläge machen, die dann umgesetzt werden sollen. Die Wohn- oder Baugestaltung, der Verkehrs- und Infrastrukturbereich, Barrierefreiheit, Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebote seien Themen, bei denen er sich eine Zusammenarbeit mit Senioren gut vorstellen könne, erklärte er. Das Baugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Roten Schule solle nach Hünerbeins Vorstellung beispielsweise einen Mehrgenerationen-Spielplatz erhalten. "Die Spielgeräte der Kinder sind gleichzeitig Fitnessgeräte für Senioren", erklärte er. "Da können Senioren ihre Schwerpunkte einbringen", fügte er an. Entscheidendes Gremium bleibe natürlich der Stadtrat.

Bürgermeister und Ausschussmitglieder einigten sich darauf, dass Thema in 2014 weiter auszuarbeiten. "Wir wollen nichts über das Knie brechen", konstatierte Jens Hünerbein. Die Mitglieder werden die Thematik in ihren Fraktionen ansprechen, Hünerbein thematisiert die Idee bei der Dienstberatung mit den Ortsbürgermeistern. Schließlich sollen alle Ortschaften eingebauten werden.

Dort soll über die Notwendigkeit eines Seniorenbeirats diskutiert sowie über die strukturelle Fragen wie beispielsweise die Größe des Gremiums nachgedacht werden. Hünerbein schlägt einen Rentner aus jeder Ortschaft vor. "Interessenten können sich bei der Stadt unter der Telefonnummer (03 92 00/77 89 12) melden", sagte er.

Im Übrigen ist auch ein Jugendausschuss im Gespräch. Die Mitglieder des Jugend-, Kultur- und Bildungsausschuss beraten über dieses Thema.