Die Netzwerkstelle Kinderschutz in Burg bietet auch 2014 eine Öffnungszeit an. Immer dienstags ist Katrin Jassmann Ansprechpartner für Rat- und Hilfesuchende.

Burg l Diese Meldung hatte kurz vor Weihnachten viele geschockt: Zwei vernachlässigte Kleinkinder sind von Berliner Einsatzkräften aus stark verschmutzten Wohnungen befreit worden. Die Polizisten fanden einen dreijährigen Jungen in einer Wohnung zwischen Mülltüten, vollen Windeln, verdorbenen Lebensmitteln und schmutziger Wäsche. Feuerwehrleute entdeckten in einer anderen Wohnung ein dreijähriges Mädchen. Die Zimmer waren in einem desolaten Zustand. Flaschen, Bierdosen und Reste von Katzen- oder Hundekot lagen herum.

Weil sich Dreijährige nicht selbst beschützen können, gibt es das Kinderschutzgesetz sowie staatliche und andere Institutionen, die sich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen kümmern. Das sind in der Hauptsache die Jugendämter. Weil die Aufgaben im Kinderschutz einen hohen Stellenwert haben, kommt lokalen und regionalen Kinderschutz-Netzwerken, die unabhängig vom Jugendamt sind, mehr und mehr Bedeutung zu, was auch vom Gesetzgeber gewollt ist.

"Rat- und Hilfesuchende scheuen manchmal auch den Weg zum Jugendamt, weil sie mögliche Konsequenzen fürchten", weiß Katrin Jassmann (31), Ansprechpartner des Lokalen Netzwerkes Kinderschutz im Jerichower Land, die ihr Büro in der Magdeburger Straße 7 in Burg hat. Die Netzwerkstelle wird in Parität von dem diakonischen Jugendhilfeträger Cornelius-Werk und dem Jugendwerk Rolandmühle geführt. Das hiesige Kinderschutz-Netzwerk vereint sieben lokale Gruppen.

Seit einigen Wochen bietet die Netzwerkstelle nun jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr eine Öffnungszeit Rat- und Hilfesuchende an. Netzwerkkoordinatorin Katrin Jassmann, Diplom-Heilpädagogin, ist in dieser Zeit persönlich oder telefonisch unter der Nummer 0151/58055602 erreichbar und gibt allen Interessierten die Möglichkeit, sich rund um das Thema Kinderschutz zu informieren.

"In einem vertraulichen und anonymen Gespräch können mögliche Konfliktlösungen erarbeitet und besprochen werden. Ich erteile Auskünfte über Hilfsangebote und Verfahrensabläufe im Kinderschutz und unterstütze Ratsuchende bei der Weitervermittlung an geeignete Stellen der Kinder- und Jugendhilfe", so Jassmann, die selbst Mutter ist und auch schon in verschiedenen Kinder- und Jugendeinrichtungen gearbeitet hat. Das Ziel ihrer Arbeit sei es immer, so die Netzwerkkoordinatorin weiter, Kinder und Jugendliche zu schützen und mögliche Kindeswohlgefährdungen abzuwenden.

Dafür seien zum Beispiel auch Fortbildungen von Fachkräften in Sachen Kinderschutz notwendig, die die Netzwerkstelle organisiert. Was ist zu tun, wenn Erzieher, Lehrer oder Nachbarn blaue Flecken oder psychische Auffälligkeiten bei Kindern bemerken? "Inwieweit Handlungsbedarf besteht, kann in Verbindung mit unserer Netzwerkstelle schnell geklärt werden", ermuntert Katrin Jassmann, ihr Angebot bei Bedarf auch wahrzunehmen. Es sei immer im Interesse des betroffenen Kindes.