Wenn am 25. Mai in Gommern der Stadtrat gewählt wird, soll es zwei Wahlkreise geben. Die Mitglieder der SPD-Ortsgruppe sind dagegen.

Gommern l Auf der Mitgliederversammlung sprachen sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins in Gommern mit großer Mehrheit dafür aus, bei der Kommunalwahl 2014 in der Einheitsgemeinde Gommern nur einen Wahlbezirk zu bilden. "Die schon in der Volks-stimme geäußerte Absicht der Stadt, wie bei der letzten Wahl zwei Wahlbezirke zu bilden, das heißt getrennt nach Kernstadt und Ortschaften wählen zu lassen, wurde entschieden zurückgewiesen", heißt es in einer Pressemitteilung. Der Ortsvereinsvorsitzende Torsten Kahlo zeigte sich verwundert, weshalb zwei Wahlbezirke gebildet werden sollten: "Für das Zusammenwachsen in der Einheitsgemeinde ist es kontraproduktiv, wenn jetzt wieder künstlich zwischen Kernstadt und Ortschaften getrennt werden soll." Gerade der Sachsen-Anhalt-Tag und das Hochwasser 2013 haben gezeigt, dass das Miteinander gewünscht ist und bereits praktiziert werde. "Zudem sollen die Bürger die Möglichkeit haben, die Kandidaten aus der ganzen Einheitsgemeinde in den Stadtrat wählen zu können, denen sie vertrauen", fügte er an. "Bei der vergangenen Wahl hieß es doch, dass die Einteilung in zwei Wahlbezirke nur eine Übergangsregelung darstellen solle, weil die Kandidaten nicht überall bekannt seien", ergänzte der stellvertretende Vorsitzende Walter Schmidt. Es sei schon verwunderlich, dass jetzt nach den vorliegenden Informationen ausgerechnet Stadträte aus der Kernstadt Angst haben sollen, bei einer gemeinsamen Liste nicht mehr in den Stadtrat zu kommen.

Nach einer ersten Besprechung haben sich die Fraktionen im Stadtrat mehrheitlich für zwei Wahlkreise positioniert, berichtete Bürgermeister Jens Hünerbein. "Daher bereiten wir einen entsprechenden Beschluss für die nächste Stadtratssitzung am 26. Februar vor." Dann soll darüber entschieden werden.

Ingo Voigt, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat, sagte: "Unsere Fraktion wird darüber erst noch beratschlagen."

Durch zwei Kreise soll sicher gestellt werden, dass sich der Stadtrat zu gleichen Teilen aus Einwohnern der Ortschaften und der Kernstadt zusammensetzt.

Walter Schmidt lässt das Argument nicht gelten. "Aufgrund der Stimmenverteilung ist vielmehr davon auszugehen, dass Kernstadt und Umland wieder in etwa gleich vertreten sein werden."