Welche Zukunft hat die Burger Schwimmhalle? Auf Initiative des Bauausschusses wird das Thema in den kommenden Wochen und Monaten thematisiert. Und: Die Meinungen und Wünsche der Burger sollen Grundlage für einen entsprechenden Zukunftsbeschluss sein.

Burg l "Irgendwann haben wir das Problem nicht mehr im Griff", prophezeite Clemens Engel (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses im Stadtrat, auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. "Wir können das Thema nicht auf die lange Bank schieben, sondern die Frage in den Mittelpunkt rücken, wohin wir mit der Halle wollen."

Bereits Ende vergangenen Jahres sorgte der Zustand der städtischen Einrichtung für erste Diskussionen und Lesermeinungen, denn die Schäden an dem Gebäude sind an vielen Stellen nicht nur sichtbar, sie schreiten auch unaufhörlich voran - und treiben eventuelle Reparaturkosten in die Höhe. Für den Bauausschuss steht nach einer Besichtigung und Bestandsanalyse Ende vergangenen Jahres fest: Nur mit Instandhaltungen, so wie die Stadt gerade Geld hat, ist die Schwimmhalle auf lange Sicht nicht mehr zu retten. Jetzt schon ist die Mängelliste des 1974 errichteten Hauses, das in diesem Jahr auf der Jubiläumsliste steht, immens: Feuchtigkeit bahnt sich ihren Weg durch Treppen, Schächte und Eingänge, die Putzfassade bröckelt, Nässe führt zu Schäden am Beton, die Fliesenfugen weisen Ausspülungen auf, die Fußbodenheizung funktioniert seit Jahrzehnten nicht mehr, die feuchte Luft führt zu Eisenkorrosion und frisst sich in den Beton, die Treppe zum Kinderbecken ist nur noch kurzzeitig nutzbar und, und, und ...

Lediglich eine Teilsanierung in den Jahren 1996/97 im Eingangsbereich, bei der Wasseraufbereitung, der Fassade, Sauna und bei den Kabinen führte dazu, dass die Halle Mindeststandards erfüllt und Besucher anzieht.

Höhere Attraktivität - mehr Besucher

Fest steht: Schwimmen und Saunieren ist bei den Burgern beliebt, die Halle wird angenommen, auch von den Vereinen und Schulen über die Stadtgrenzen hinaus. "Schon deshalb müssen wir eine klare Entscheidung treffen, damit die Schwimmhalle erhalten bleibt und das Defizit sinkt", unterstrich Engel, der die nächsten Schritte in Form eines Kurzkonzeptes vorstellte (siehe Infokasten). Allerdings wäre lediglich eine Sanierung des Ist-Bestandes zu kurz gesprungen. Zudem müsste beachtet werden, dass einige Räume im westlichen Bereich seit Langem leer stehen und dadurch auch Geld verloren gehe.

Soll heißen: Auch in Burg sollte ein Mix aus Sport und Wellness ermöglicht werden, das die Attraktivität der Schwimmhalle erhöht, sagte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Dominik Patté (SPD-Fraktion). Das sieht auch Hansjürgen Wendrich (CDU-Fraktion) so. Er plädierte dafür, den Außenbereich der Halle mit einzubeziehen, beispielsweise eine größere Liegewiese zu schaffen. Auch Michael Schulz (Linke) sprach sich dafür aus, Möglichkeiten für einen Wellnessbereich beziehungsweise Außenbecken auszuloten. Frank Endert (Freie Wähler Endert-JL) plädierte dafür, auch den Landkreis mit ins Boot zu holen, schließlich nutzten viele Schulen die Halle für den Schwimmunterricht.

Clemens Engel hofft, dass eine breite und konstruktive Diskussion - auch in der Volksstimme - dazu führt, dass der Stadtrat mit einem klaren Votum eine Zukunftsentscheidung treffen könne.