Der Bauausschuss Möckern berät am Donnerstag, 16. Januar, in einer eigens dazu einberufenen Sondersitzung über das geplante Windkraftgebiet bei Rosian und Isterbies. Der Stadtrat wird in gleicher Angelegenheit am 23. Januar in Möckern zusammenkommen.

Möckern/Isterbies/Rosian l Die Sitzung des Bauausschusses findet um 19 Uhr im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Rosian statt. Brandaktuell ist das Thema ja tatsächlich: Es geht um den Windpark mit 23 Anlagen, den eine Windpark Rosian GmbH in der Gemarkung Rosian und Isterbies errichten möchte. 184 Meter hoch soll jede der Anlagen sein.

Über den Jahreswechsel wurde die Stadt Möckern von der sachbearbeitenden Behörde im Landkreis Jerichower Land aufgefordert, ein "Gemeindliches Einvernehmen" zu erteilen - eine Art städtischer Zustimmung zu dem Vorhaben. Ob die Stadt dies tatsächlich erteilt, ist derzeit offen. Einen Beschluss muss der Stadtrat fassen, der Bauaussschuss gibt zuvor eine Empfehlung ab.

Ungeeignete Zuwegung und Naturschutz sprechen dagegen

Gegen die Erteilung eines gemeindlichen Einvernehmens könnten zwei Gründe sprechen, die auch schon vor exakt einem Jahr in Sachen "Windpark Zeppernick" angeführt wurden: Denn unter anderem ist wohl noch nicht deutlich geklärt, ob die bestehenden Zuwegungen zu den anvisierten Standorten der Windkraftanlagen für das Vorhaben geeignet sind. Auch Aspekte, die den Landschaftsschutz und den Naturschutz betreffen, sind möglicherweise noch offen.

In unmittelbarer Umgebung des vorgesehenen Windparkgebietes befinden sich etwa die Europäische Vogelschutzgebiete "Altengrabower Heide" und "Zerbster Land". Die oberen Nuthe-Läufe und der Bürgerholz bei Rosian und die Umgebung von Schweinitz werden zudem als sogenannte Flora-Fauna-Habitate geführt.

Erst vor wenigen Tagen hatte Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly eine Unterschriftenliste erhalten, in der sich über 80 Bürger von Rosian und Isterbies gegen ein Windkraftgewinnungsgebiet vor ihrer Haustür aussprachen.

Nicht unberücksichtigt bleiben dürften bei der Entwicklung von Windkraftgebieten in der betroffenen Region auch angrenzende Gebiete bei Deetz und Hobeck. Hier sollen ebenfalls Vorplanungen für Windparks laufen. Es gibt jedoch Abstandsregelungen zwischen Windparks, die nicht unterschritten werden dürfen.