Tucheim l Wie faszinierend Naturfilme auf Besucher wirken, zeigte mal wieder die Ausstellung der Tucheimer Naturfilmer Thomas Wöhling und Antje Stolze. Auf einer Großleinwand liefen die Filme der beiden im Saal der Gaststätte "Zum Fiener" während der beiden Ausstellungstage. Kaum ein Platz blieb frei. Die Leute schauten gebannt auf die Großfilmleinwand. "Der beste Dank der Leute an uns ist ihr Besuch hier. Und da sind wir mehr als zufrieden", so Thomas Wöhling. Gemeinsam mit Antje Stolze war die Ausstellung, darunter rund 85 Trophäen vom Dam- und Rotwild, wieder aufgebaut worden.

Im Gegensatz zu früheren Jahren taucht in den Filmen der beiden Tucheimer immer öfter auch der Wolf auf. Während beide das Sich-Wieder-Ansiedeln des Raubtieres durchaus kritisch sehen, gingen die Meinungen der Besucher zu diesem Thema weit auseinander (siehe unten).

Doris und Melanie Weinholz aus Hüttermühle, beide Jäger, waren zum ersten Mal Gast der Ausstellung. "Die meisten Leute denken, dass die Jäger prinzipiell gegen den Wolf sind. Das stimmt nicht. Man muss aber auch mit den Jägern zusammen arbeiten", meinte Melanie Weinholz und wies auf die Waschbären hin. "Die waren früher nur niedlich. Heute sind sie eine Plage."

"Wenn der Wolf natürlich eingewandert wär, wäre das okay. Aber man sollte es nicht noch unterstützen."

Christiane Friesecke aus Genthin sieht die Ansiedlung zwiespältig. "Deutschland hat nicht so viele zusammenhängende Waldflächen, um genügend Lebensraum zu bieten. Wenn der Wolf ganz natürlich eingewandert wär, wäre das okay. Aber man sollte es nicht noch unterstützen."

Bertram Rohloff aus Kirchmöser hat nichts gegen den Wolf. "Aber ich muss nicht damit leben, weil ich nicht direkt betroffen sind." Und Günter Pörschke aus Roßdorf meint: "Man kann nicht auf der einen Seite für diese Tiere sein und auf der anderen Seite Geld für Betroffene zahlen. Das passt nicht zusammen."

Die Besucher kamen aus allen Teilen des Landkreises und Umgebung. Die wohl weiteste Anreise hatten zwei Naturliebhaber, die aus Eggesin angereist waren. 277 Kilometer waren sie bis nach Tucheim gefahren.

Aber auch an die kleineren Besucher hatten die beiden Naturfilmer wieder gedacht. Diese konnten Basteln, Puzzeln, die Fragen eines kleinen "Wald-Quizzes" beantworten oder sich Ausstellung und Filme wie die Großen anschauen.

Auch Forstwirtschaftsmeister Olaf Jensen aus Magdeburgerforth war wieder mit seinen Holzschnitzereien dabei. Die einzelnen Figuren stellt er mit einer Kettensäge selbst her. Das Interesse an seinen Arbeiten war wie im Vorjahr wieder groß.

Im nächsten Jahr steht dann eine Jubiläumsschau, die zehnte, an.