Was mache ich nach der Schule? Wo kann ich mich für ein Praktikum bewerben? Welche Betriebe bilden in der Region aus? Fragen, mit denen die Schüler aus dem Jerichower Land zur Berufsorientierungsmesse (BOM) nach Burg in die Berufsschule "Conrad Tack" kamen.

Burg l Mit einer roten Weste ausgestattet, werden die Schüler der "Conrad Tack"-Berufschule zu kompetenten Lotsen durch das Gewirr in den Gängen. Karoline Kirchhof und Martine Seib übernehmen die Führung einer Klasse der Förderschule "Albrecht-Dürer" aus Parchen. Die sechs Schüler sollen schon mal die Luft der neuen Schule schnuppern. Lehrerin Katrin Kutzke hofft, dass ihre Schüler in Burg die Chance nutzen, nach dem Berufsvorbereitenden Jahr an der "Conrad Tack"-Schule einen Hauptschulabschluss machen zu können und einen Ausbildungsplatz finden. Vielleicht schaffen sie dann sogar noch einen Realschulabschluss.

"Zu den Hauswirtschaftern möchte ich gucken", sagt Laura Rzoceck, als die beiden LotsenSchülerinnen fragen, wo es denn genau hingehen soll.

Hauswirtschaftslehrerin Gudrun Zimmermann erklärt den vier Mädchen und zwei Jungs, bei welchen Berufen der Hauswirtschaftsunterricht wichtig ist. Dabei räumt sie mit dem Vorurteil auf, dass Hauswirtschaft nichts für Jungs wäre. "Auch Jungs, die Koch werden wollen oder überhaupt in den Lebensmittelbereich gehen, kommen erstmal zu uns", sagt die Lehrerin.

Eher was für die Jungs: Die Räume im Keller der Schule. Schraubstöcke und Werkbänke, Metall, Holz sowie große Lehmsteine warten dort auf die Parchener Schüler. Frank-Michael Schützke, Lehrer für den Fachbereich Metall, zeigt, was mit Metall alles möglich ist. "Hier ist auch mal Platz für etwas Kreatives", erzählt er den Schülern und zeigt eine kleine Lokomotive aus Metall.

Er unterrichtet Schüler im Berufsvorbereitenden Jahr (BVJ) und im Berufsgrundbildungsjahr (BGJ). Er weiß: "Betriebe nehmen gern junge Leute, die aus dem BVJ und BGJ Grundkenntnisse in der Praxis mitbringen.

Und genau diese Grundkenntnisse im Bereich Metall sind bei Unternehmen gefragt, die sich einige Räume weiter vorstellen. So auch bei den Metall- und Stahlbauern der Wiegel GmbH aus Parey. Ausbilder Mario Holländer möchte mit der Messe in Burg bewusst Jugendliche aus der Region ansprechen. "Natürlich bilden wir aus, um die Leute auch bei uns zu behalten", sagt er. Währenddessen halten sich seine vier Azubis für interessierte Schüler bereit, um ihnen den Beruf des Metallbauers schmackhaft zu machen.

Nebenan präsentiert sich die Deutsche Bahn als Ausbildungsstätte. Für eine Ausbildung als Baugeräteführer, Gleisbauer oder Mechatroniker brauchen die Jugendlichen gar nicht weit weg: Ausgebildet wird in Königsborn. Schüler fragten am Stand nach den Voraussetzungen für einen Ausbildungsplatz. Gute Noten sind nicht das Hauptaugenmerk von Ausbildungskoordinatorin Fiene Schölla. "Neugierde ist uns ganz wichtig", unterstreicht Schölla. Über fehlende Neugierde bei der Messe kann sich Christian Hoffmann, Ausbilder bei Daimler, nicht beschweren. "Die Jugendlichen nutzen die Messe noch besser als im vergangenen Jahr. Rund 50 bis 60 potenzielle Auszubildende und Praktikanten erkundigten sich nach den beruflichen Perspektiven bei dem Autobauer.

Gute berufliche Aussichten für seine jetzigen und zukünftigen Schüler im Landkreis wünscht sich Schulleiter Stefan Bruns. Die Messe soll die Jugend in unserer Region halten.

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