Bernd-Rainer Golkenrath ist neuer Vorsitzender des Schützenvereins der Gartenstadt Möser von 1923. Dem in der Jahreshauptversammlung gewählten neuen Vorstand gehören nun vier Neulinge an. Es soll auch ein Neuanfang für den Verein sein.

Möser l "Gemeinsinn vor Eigensinn stellen", so bringt es der neue Vorsitzende Bernd-Rainer Golkenrath auf den Punkt. In einem Verein ginge es nur gemeinsam, fügt er an. Mit dem neuen Vorstand will der Schützenverein nun einen Neuanfang wagen.

Innerhalb des knapp 40-köpfigen Schützenvereins hat es in der Vergangenheit oft gerumpelt. Die scheidende Vereinsvorsitzende Marie-Luise Bußejahn hatte in ihren Rechenschaftsbericht für das abgelaufende Jahr einen Passus aufgenommen, der auch schon im 2012er Bericht gestanden hatte: "Die Zusammenarbeit des gesamten Schützenvereins ist noch nicht optimal. Ich möchte alle Mitglieder bitten, nicht so oft hinter dem Rücken zu tratschen und mehr zusammenzuhalten. Sollten Fehler gemacht werden, dann möchte ich nur sagen, wir sind alle Menschen und keine Maschinen. Die Arbeit im Verein ist ehrenamtlich und ein Teil der eigenen Freizeit."

Rühlicke sen. bleibt

Ein solches vermeintliches Tratschen hatte zu Beginn auch den Schießsportleiter Hermann Rühlicke sen. veranlasst, die Vertrauensfrage zu stellen. Jemand im Verein habe behauptet, er habe hinter dem Rücken über einen Schützenbruder schlecht gesprochen. Das stimme nicht, er habe öffentlich seine Auffassung geäußert, dass der jetzige Vorstand eigentlich zu groß sei. Mehrere Vereinsmitglieder stärkten Rühlickes Position, baten ihn, seine Amt weiter auszuüben. Die Abstimmung über den Verbleib von Schützenbruder Rühlicke sen. fiel einstimmig positiv aus.

Trotz aller Querelen konnte Vereinsvorsitzende Marie-Luise Bußejahn eine gute Vereinsbilanz ziehen. Bei vielen Wettkämpfen konnten die Möseraner Schützen mit guten Ergebnissen glänzen. Die Vereinsmitglieder waren nicht nur bei Landesmeisterschaften sehr erfolgreich. Irina Thun und Sigrid Rühlicke starteten sogar bei den Deutschen Meisterschaften.

Zum neunten Mal ist der Wettbewerb um den Wanderpokal der Gartenstädte ausgetragen worden. Allerdings wurde die Kooperation mit dem Braunschweiger Schützenverein nicht weiter ausgebaut. Beide Vereine tragen daran Verantwortung, schätzte die scheidende Vereinsvorsitzende ein.

Kritisch merkte sie an, dass die Arbeit im Kinder- und Jugendbereich ausbaufähig sei, und auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zulegen könnte.

Hingegen lobte Marie-Luise Bußejahn die Teilnahme am Königsschießen.

Mit einem Dank an alle aktiven Vereinsmitglieder schloss die Vorsitzende ihren Rechenschaftsbericht. Sie wünschte den neu zuwählenden Vorstandsmitgliedern viel Erfolgt. "Doch", so Marie-Luise Bußejahn, "ein gut funktionierendes Vereinsleben mit sportlichen Wettkämpfen und Pflege des Brauchtums wird nicht allein durch gute Vorstandsarbeit, sondern durch die aktive Mitwirkung aller Mitglieder des Vereins erreicht."

Im Kassenbericht hieß es, dass der Verein auf soliden finanziellen Füßen stünde und keine Verbindlichkeiten habe. Somit wurden Vorstand und Vorsitzende entlastet.

Die Wahl neuer Vorstandmitglieder erfolgte bis auf wenige Ausnahmen einstimmig.