Der Bauausschuss Möckern hat sich gegen einen Windpark bei Rosian ausgesprochen - wie schon vor einem Jahr im Fall Zeppernick. In einem ersten Entwurf des Regionalen Entwicklungsplanes des Landes Sachsen-Anhalt tauchen dennoch zwei mögliche Windeignungsgebiete auf: Eines bei Zeppernick und eines bei Rosian.

Möckern/Rosian/Zeppernick l Der Stadtrat möge beschließen, das "Gemeindliche Einvernehmen" für den Windpark Rosian zu verweigern und den Bürgermeister nicht zu ermächtigen, Baulasten auf städtische Grundstücke im Planbereich "Windpark Rosian" eintragen zu lassen. So lautete die einstimmige Empfehlung des Möckeraner Bauausschusses an den Stadtrat. Dafür gab es von den allermeisten der fast 100 erschienenen Bürgern im Rosianer Feuerwehrgerätehaus viel Applaus.

Aus drei Gründen waren die Mitglieder des Bauausschusses gegen die kommunale Zustimmung zum Windpark Rosian: Erstens sei die Zuwegung zu den bei Rosian geplanten Windkraftanlagen nicht ausreichend gesichert. Zweitens sprächen benachbarte Schutzgebiete dagegen. Und drittens habe man in der Einheitsgemeinde Möckern mittlerweile genug Windenergieanlagen.

Dem Bürgerwillen folgen

Die Ausschussmitglieder befürworteten zudem die Ansicht von Stadtrat Thomas Lindemann, im Sinne der über 80 Bürger zu entscheiden, die sich per Unterschriftenliste gegen einen Windpark ausgesprochen hatten.

Aus behördlicher Sicht einzig gültige Argumente für die Verweigerung konnten aber sein: Die Stadtverwaltung hatte festgestellt, dass die antragstellende Windenergiefirma nicht ausreichend nachweist, wie die Zuwegung zu den 23 Windkraftanlagen erfolgen soll. Auch die Unterlagen über Eingriffe in die Natur und Landschaft seien unvollständig.

Eine Anhörung des Ortschaftsrates Rosian in dieser Sache erwies sich als schwierig, denn Ratsmitglieder dürfen bis zum dritten Verwandschaftsgrad nichts mit dem Beschlussgegenstand zu tun haben. Man verzichtete auf eine Abstimmung.

Der Stadtrat Möckern ist am kommenden Donnerstag aufgefordert, seine Stellungnahme abzugeben.

"Wir sind schon jetzt umzingelt von Windkraft", ärgerte sich Ausschussmitglied Andreas Fischer. Er vertrat die Ansicht, dass mit den immer höher werdenden Windkraftanlagen auch die Mindestabstände zu bewohnten Gebieten größer werden müssten. Sein Stadtratskollege Ulrich Strobach gab mit Blick auf versprochene Zuwendungen durch den Windkraftbetreiber an die Ortschaften zu bedenken: "Kein Geld kann Gesundheit und Lebensqualität ersetzen."

In Zeppernick geht noch mehr

Insofern konnte das, was Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly in Rosian zu berichten hatte, nur wenige im Raum erfreuen. Von Holly informierte über den aktuellen Stand des kommenden Regionalen Entwicklungsplanes (REP). Darin wird allen Flächen ihre mögliche Nutzung zugewiesen. Und ausgerechnet die derzeit diskutierten Areale bei Zeppernick und Rosian werden als Eignungsgebiete für Windenergie ausgewiesen. Das Areal bei Rosian ist dabei deutlich größer als der bisher hier beantragte Windpark mit zwölf Anlagen. "Das eingezeichnete Gebiet ist so groß wie das Windvorranggebiet bei Büden. Und da stehen inzwischen 33 Anlagen", merkte Frank von Holly an. "Auch in Zeppernick ist mehr möglich, als wir gegenwärtig wissen, wenn solch eine Planung bestätigt wird", so Frank von Holly.

Die Volksstimme möchte wissen, was die Bewohner der Einheitsgemeinde denken. Haben wir genug Windkraft in der Region oder soll zur Umsetzung der Energiewende jedes Areal genutzt werden?

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Ausführliche Informationen zum Sachstand des neuen Regionalen Entwicklungsplanes für die Region, Erklärungen und Kriterien zur Ausweisung von Windenergiegebieten gibt es auf der Internetseite der Regionalen Planungsgemeinschaft Magdeburg unter www.regionmagdeburg.de