Die Frage, die alle Viertklässler in diesen Wochen beschäftigt: Auf welche Schule gehe ich danach? Soll es das Gymnasium, oder besser eine Sekundarschule sein? Wo fühle ich mich wohl? Den ersten Test konnten am Sonnabend die Grundschüler im Roland-Gymnasium und in der Sekundarschule Carl von Clausewitz wagen.

Burg l Geduldig versuchen Aike Schroeder und Dominic Krakor den Satz des Pythagoras mit Hilfe eines überdimensionalen Holz-Puzzles zu beweisen. Es ist Sonnabend und trotzdem herrscht im Burger Roland-Gymnasium reges Treiben. Die Lehrer und Schüler haben die Türen geöffnet, um den angehenden Gymnasiasten zu zeigen, was sie dort erwartet. "Das Dreieck muss hier unten in die Ecke", ruft der 12-jährige Dominic. Passt nicht.

Mathelehrerin Uta Bäthge hilft: "Guckt mal Jungs, wo das kleine Dreieck jetzt hinpassen könnte." Zwei Minuten später haben die Siebtklässler erfolgreich den Beweis angetreten, dass a² mal b² gleich c² ergibt. Jetzt können sie auch den jungen Besuchern am Tag der offenen Tür helfen. Uta Bäthge ist es wichtig, "den zukünftigen Schülern mit Knobelaufgaben Lust auf den Matheunterricht am Gymnasium zu machen". Während die Kleinen puzzlen, beantwortet Uta Bäthge geduldig die Fragen von Eltern. "Wir Lehrer achten genau auf das Level der einzelnen Schüler", erklärt die Lehrerin gerade einer interessierten Mutter. Für alle, die nicht gleich hinterher kommen, gibt es eine Art Förderunterricht. Und wer besonders schnell und begabt ist, der bekommt Extra-Aufgaben.

Lust auf mehr macht im Nebenraum auch Walter Just. "Jetzt wird es spannend", kündigt der Physiklehrer an. Was Otto von Guericke mit großen Halbkugeln und zwölf Pferden nachgewiesen hat, schafft man am Roland-Gymnasium auch. Walter Just saugt die Luft aus den zwei kleinen Halbkugeln und lässt die jungen Gäste ein schweres Gewicht nach dem anderen daran hängen. Es hält. "Und warum?", fragt Just. "Na wegen des Vakuums, die Luft von außen hält die Kugeln zusammen", tönt es aus den hinteren Reihen.

Immer mehr Neugierige versammeln sich im Physikraum des Burger Gymnasiums. "Wir haben hier zwar keine Pferde, aber dann testen wir das eben mit einem Esel und einem Ochsen." Kichern. Und schon steht Philip Goldmann bereit. Der Viertklässler aus Lostau ist am Sonnabend mit seinen Eltern in die Schule gekommen, um sich alles anzusehen. Kräftig zieht er an der einen Seite der Halbkugeln, der Physiklehrer an der anderen. Nichts passiert. "Mein erster Eindruck von der Schule ist super", sagt Philip noch ganz erschöpft. Er könne sich gut vorstellen ab dem neuen Schuljahr dort zu lernen.

Dann hätte er auch Englischunterricht. Im Nebengebäude - einmal gerade über den Schulhof. Dort warten schon die Achtklässlerinnen Lisa Schaare und Alina Nicklas auf junge Besucher. Wer die richtige Antwort auf die englischen Fragen weiß, bekommt einen Preis. An einem Tisch helfen die Schülerinnen übersetzen, am anderen hilft Englischlehrerin Simona Spörke den Vierklässlern mit den richtigen Buntstiften in "blue", "red" und "green" zu malen. "Ich kann jedem unser Gymnasium nur empfehlen", sagt Lisa Schaare. "Die Lehrer sind nett, und es gibt so viele coole Arbeitsgemeinschaften, ich bin in der Theater-AG."