Die Mitglieder des Jugend-, Kultur- und Bildungsausschusses konnten sich nicht abschließend zu einem Jugendbeirat positionieren. Vorsitzende Gisela Mönch sagte, sie wolle lieber Bestehendes nutzen, bevor Neues installiert werde.

Gommern l Ganz überzeugt war Gisela Mönch am Montag vom Vorschlag des Bürgermeisters Jens Hünerbein nicht. Dieser hatte zur Diskussion eingereicht, einen Jugendbeirat in der Stadt zu etablieren. Das Gremium könnte dem Stadtrat und der Verwaltung bei Entscheidungen, welche die Jugend betreffen, zur Seite stehen. Im besten Falle könne der Beirat aktiv die Stadt mitgestalten. "Ich stelle mir vor, dass wir beispielsweise bei der Gestaltung des Spielplatzes, der auf dem Gelände der ehemaligen Roten Schule entstehen soll, den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, dafür einzukaufen", erläuterte der Bürgermeister. "Wir geben ihnen ein Budget und zeigen ihnen, wo gekauft werden kann und dann können sie sich entscheiden", fügte er an. Er stelle sich vor, dass so erstandenes Spielzeug länger erhalten bleibe.

Vorsitzende Gisela Mönch sagte, sie finde den Vorschlag interessant. Aber: "Ich bin immer nicht so schnell dabei, etwas Neues aus dem Boden zu stampfen, wenn wir eigentlich wertvolle Ansätze gegeben haben, die nicht ausreichend genutzt werden."

Sie erinnerte daran, dass es eigentlich an jeder Schule einen Schülerrat geben sollte. Aus diesem sollte ein Stadtschülerrat gewählt werden. Ihres Wissens nach gebe es diesen. "Wenn nicht, dann müssen wir das nachholen", fügte sie an. Das schreibe das Schulgesetz vor. Bürgermeister Jens Hünerbein entgegnete, dass es einen Schülerrat gebe, welchen er auch schon eingeladen habe. Erschienen sei allerdings niemand.

"Generell haben aber auch wir zu Jugendthemen nie einen Schülerrat konkret eingeladen", gab die Vorsitzende zu. "Ich denke, es gibt eine Kapazität in Gommern, die wir nicht nutzen. Unabhängig davon können wir über einen Jugendbeirat nachdenken." Ob es aber sinnvoll ist, wie in dem Vorschlag, Kinder und Jugendliche zwischen elf und 21 Jahren zu vereinen, bezweifele sie. Gisela Mönch schlug vor, die Reise nach Königslutter abzuwarten. Am 5. Februar treffen sich Mitglieder des Jugendausschusses mit Kommunalpolitikern aus der Partnerstadt. Dort sollen Ideen und Konzepte für die Jugendarbeit ausgetauscht werden.

Danach wollen die Mitglieder in einer Arbeitsberatung erneut über den Jugendbeirat beraten.