Gefrorener Boden und Sprühregen ergaben gestern Vormittag spiegelglattes Straßenpflaster. Wer sich dennoch auf den Weg in die Burger Innenstadt machte, hoffte auf den Winterdienst und fürsorgliche Händler.

Burg l Spiegelglatt waren die Fußwege in der Kreisstadt. Nicht wenige Burger legten eine unfreiwillige Rutschpartie ein. Mit Folgen: In der Notaufnahme des Krankenhauses gab es doppelt so viel zu tun wie an "normalen" Dienstagen. Der zuständige Chefarzt Dr. Karlheinz Müller verzeichnete "etliche glättebedingte Patientenaufnahmen". Vor allem Frakturen der Extremitäten mussten behandelt werden.

Der Weg zu den Geschäften der Fußgängerzone oder zu den Ständen des Wochenmarktes auf dem Magdalenenplatz war ein Wagnis. Bloß nicht ausrutschen! Damit die Kundschaft nicht auf dem Hosenboden landet, griff auch Wochenmarktleiter Hans Vallendar zur Schaufel, denn das Kopfsteinpflaster direkt vor einigen der Verkaufswagen war besonders glatt. "Die Container mit dem Streusand für den Markt sind noch auf dem Rolandplatz", so der Marktmeister, der Salz von zu Hause mitgebracht hatte.

Doris Hucke, eine Anwohnerin der Schartauer Straße, war zufrieden, dass der Winterdienst der Stadt Burg auch in der Fußgängerzone streute. "Seit 4.30 Uhr war der Winterdienst am Dienstag in Burg im Einsatz. Zuerst auf den wichtigen Straßen, damit der Berufsverkehr rollen konnte. Noch am Vormittag konnten wir dann auch einige Gehwege abstumpfen, nachdem einsetzender Regen für Blitzeis gesorgt hatte", so Horst Pötter, Chef des Burger Bauhofes. Er nannte unter anderem die im Winter besonders gefährliche Katzentreppe. Der Bauhof ist für den Winterdienst unter anderem auf etwa 150 Kilometern städtischen Straßen, für 25 Bushaltestellen und acht Fußgängerüberwege bzw. Ampelkreuzungen zuständig. Horst Pötter zeigte sich zufrieden, dass auch die Grundstückseigentümer oder deren Beauftragte ihrer Streupflicht in der Regel nachgekommen sind.

Auch direkt vor den Geschäften in der Schartauer Straße sind die Anlieger zuständig. Salz, Sand und Sägespäne waren gestern vor einigen, aber nicht allen Geschäften zu finden. "Hauptsache, die Kunden rutschen nicht aus", sagte Kerstin Hagemeister, Filialleiterin bei Rossmann. Weil der Hausmeister in der Frühe nicht kam, streute sie kurzer Hand selbst.

Etwas Gutes hatte die Glätte für die Händler allerdings: Schnell an den Läden vorbei eilen konnte gestern niemand.

Im Gegensatz zu Medizinern, Hausmeistern, Geschäftsleuten und Bauhofmitarbeitern brachte der gestrige Tag für die Beamten des Burger Polizeireviers zumindest in der Kreisstadt wetterbedingt nicht mehr Arbeit: "Im Burger Stadtgebiet gab es keine Verkehrsunfälle, die auf Straßenglätte zurückzuführen sind", sagte Polizeisprecher Thomas Kriebitzsch.

Autobahnen nach Glätte-Unfällen dicht

Magdeburg (ag/mst) | Der Wintereinbruch führte in Sachsen-Anhalt zu mehreren Unfällen im Land. Brummifahrer fluchten über Staus, andere nahmen die ungewollte Auszeit sportlich.

  • Dieser Lkw rutschte zwischen Welsleben und Atzendorf in den Graben.

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    Quelle: Jan Helmecke

  • Der Winterdienst im Einsatz.

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    Quelle: Jan Helmecke

  • Auf der A 9 bei Dessau knallten ein Lkw, ein transporter und ein Pkw zusammen. Die Autobahn war Richtung Nürnberg für drei Stunden gesperrt.

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    Quelle: Matthias Strauß

  • Manch ein Fahrer betätigte sich im Stau sportlich, wie hier auf der A 9 bei Dessau.

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    Quelle: Matthias Strauß

  • Bei einem Unfall auf fder A9 stießen am Mittwochmorgen ein Lkw, ein Transporter und ein Auto zusammen.

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    Quelle: Matthias Strauß