Am Ortsrand von Hohenwarthe wächst ein neues kleines Wohngebiet. Knapp 20 Häuser sind fertig oder befinden sich noch im Bau. Die neuen Hohenwarther sind zufrieden. Aber leider gibt es kein DSL.

Hohenwarthe l Marco Danneberg ist einer jener Häuslebauer, die sich in Hohenwarthe pudelwohl fühlen. Genau so wollten er und seine Familie es haben. Aber es gibt einen Wermutstropfen: Die Telekom ist nicht in der Lage, die Häuser mit DSL, also schnellem Internet per Festnetz, zu versorgen. Und es gibt auch keine konkreten Aussagen, wann es so weit sein könnte.

Er sei auf das zuverlässige DSL angewiesen, sagte er, wenn er seinen Home-Office-Tag habe. Die Funktechnologie sei für ihn keine Alternative, weil das Netz je nach Nutzerdichte schwanke oder ein komplikationsloses Arbeiten überhaupt nicht möglich ist.

"Dabei hatte die Telekom bei der Planung des Gebietes, in dem rund 35 Häuser gebaut werden sollen, zugesagt, mit zeitgemäßer Kommunikationstechnologie versorgen zu können", sagt Baulanderschließer Günter Lauenroth.

Diese Botschaft haben man natürlich bei der Vermarktung der Grundstücke mit ins Feld geführt. So sieht er nun sich auch in der Verantwortung, das Problem gemeinsam mit dem Marktführer Telekom zu lösen. Doch das sei schwierig. Obwohl Lauenroth auch die Gemeindeverwaltung mit ins Boot holt. Denn im Zuge der Überalterung der Ortschaften hat auch die Gemeinde Möser ein großes Interesse daran, junge Leute anzusiedeln und ihnen zeitgemäße Wohn- und Kommunikationsbedingungen zu bieten.

Von der schwierigen Arbeit mit dem Telekom-Service weiß auch Marco Danneberg zu berichten. Bei jedem Anruf ist eine andere Person am Apparat. Und man habe bei den Gesprächen nicht den Eindruck, dass die Telekom-Vertreter ausreichend kompetent sind. Keiner wisse, was wirklich läuft und was möglich ist.

Danneberg weiß von einem Nachbarn, der seit vergangenem Herbst hingehalten und immer wieder versetzt wird. Zugesagte Schaltungen des DSL-Netzes sind immer wieder verschoben worden. Oder es kam keiner. Für den 7. Januar wurde ihm dann sogar die Einrichtung eines 50 000er Anschlusses verbindlich zugesagt. Weil keiner erschien, fragte er nach. Am anderen Ende wusste man nichts von einem Auftrag.

Dabei scheinen in Hohenwarthe die technischen Voraussetzungen schon gegeben zu sein. Seit Jahren ist dort 16 000er DSL vorhanden. Bis zum neuen Wohngebiet "Am Kanal" ist eine Oberleitung gezogen worden. Die Hausanschlusskabel liegen in der Erde.

Aber keiner sagt, warum es nicht weitergeht. Reichen die Kapazitäten nicht aus? Muss noch etwas nachgerüstet werden? Und wenn ja, wann kann man am Kanal verbindlich mit dem Netz rechnen, um der vollmundigen Telekom-Werbung Glauben schenken zu können: "Erleben, was verbindet" oder "Wir investieren für Sie in das Netz der Zukunft".

"Ohne schnelles, zuverlässiges Internet geht es doch heute gar nicht mehr", sagt Danneberg.