Ihleburg l Schließung oder nicht Schließung des kommunalen Friedhofes in Ihleburg - das beschäftigt schon einige Zeit Ortschaftsrat und Gemeindekirchenrat. Im November wurde beschlossen, den Entscheid auf Anfang des neuen Jahres zu schieben. Der Standpunkt des Kirchenrates sollte eingeholt werden. Daraus wurde auf der Januar-Ortschaftsratssitzung aber nichts. Denn die Meinung des Kirchenrates konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Der Anstoß, den Friedhof zu schließen, kam von Ortschaftsbürgermeister Josef Woska: "Maximal zwei Bestattungen gibt es dort inzwischen pro Jahr. Zu wenig, um ihn wirtschaftlich betreiben zu können." Die Entscheidung des Ortschaftsrates, ob der kommunale Friedhof nun tatsächlich geschlossen werde sollte, wurde auf der seinerzeitigen Tagung auf die erste Ortschaftsratssitzung im neuen Jahr verschoben. Das sollte nun in der Januarsitzung geschehen. Grund, so die Erklärung vor fast drei Monaten, der Gemeindekirchenrat sollte sich erst einen Standpunkt zur Absicht des Ortes erarbeiten. Ortschaftsrat Gerd Ernst, der gleichzeitig Vorsitzender des Kirchenrates ist, hatte damals den Vorschlag unterbreitet, dem der Rat zustimmte. Die Folge der Auflösung des kommunalen Friedhofes in der Langen Mühlenstraße wäre, so damals die Erklärung, dass der kirchliche Friedhof alle Beerdigungen übernehmen müsse. Das würde für die Kirchengemeinde unter anderem ein mehr an ehrenamtlicher Arbeit bedeuten, meinte Ernst. Ob diese Mehrarbeit übernommen werden sollte, darüber müsste erst einmal der Kirchengemeinderat entscheiden. Er soll in diesem Monat zusammengesessen haben, um über das Problem zu reden. Das Ergebnis war auf der Sitzung aber nicht zu erfahren. Gerd Ernst konnte nicht an der Versammlung teilnehmen. Er hatte sich im Vorfeld für seine Abwesenheit entschuldigt.

Erschwert wurde im November ein schneller Entscheid des Ortschaftsrates auch durch den Einwurf eines Ihleburgers gegen eine Schließung des Ortsfriedhofes, der sich auf der Sitzung zu Wort gemeldet hatte. Er sei Atheist, wie seine Familie auch, habe bereits dort seine Eltern begraben und ist nicht einverstanden, dass er mit seiner Weltanschauung einmal auf dem kirchlichen Friedhof bestattet werden soll.

Gegenargumente aus der Runde des Ortschaftsrates konnten den Mann damals und jetzt nicht überzeugen, nämlich dass seine Familie doch die freie Wahl habe, auch andere öffentliche Friedhöfe des Burger Stadtgebietes als letzte Ruhestätte auszusuchen. Unumstößlicher Fakt sei, dass das Betreiben des kommunalen Ihleburger Friedhofes wirtschaftlich nicht mehr vertretbar wäre, bekräftigten einige Ortschaftsräte nochmals.

Was auf der jüngsten Ortschaftsratstagung nun erfolgte, überraschte nicht. Einstimmig beschlossen die Räte, den Punkt 7 von der Tagesordnung zu streichen, da die Auffassung des Gemeindekirchenrates fehle. Jetzt ist es am Stadtrat am 20. Februar, ob er einen Beschluss fällt trotz Streichung der Vorlage im Ihleburger Ortschaftsrat. Am 13. Februar muss sich im Vorfeld der Bauausschuss noch positionieren. In der Beschlussvorlage, soviel kann heute schon gesagt werden, wird ausführlich aufgezeichnet, warum der Ihleburger Friedhof geschlossen werden sollte, der Anfang der 1970er Jahre an der Langen Mühlenstraße eingerichtet worden war.

Die letzte Erdbestattung sei 2009 erfolgt, heißt es da. In den letzten drei Jahren seien 18 Beisetzungen in der Urnengemeinschaftsanlage vorgenommen worden. Die durchschnittlichen jährlichen Einnahmen hätten sich auf 2000 Euro belaufen, die Ausgaben auf 600 Euro.

Die Tendenz aber, so die Ausführung weiter, würde beim Posten Einnahmen bis 2023 auf Null laufen, wobei die genannten Ausgaben bis 2038 bleiben. Das wäre das Jahr, wo die früheste Schließung eigentlich erfolgen sollte.