Burg l In der Stadt Burg fand am Montag zum internationalen Holocaust-Gedenktag in der Kirche St. Nicolai eine Andacht statt.

Trotz der ungemütlichen Temperaturen waren zahlreiche Burger der Einladung gefolgt und erlebten ein zu Herzen gehendes Ereignis, das von der Burger Kantorei, ihrem Männerchor und Mitgliedern des Burger Kabaretts "Cat-Stairs" gestaltet wurde. Um eine Variation des 88. Psalms rankten sich Gesänge der Trauer und Verzweiflung, denen am Ende das hebräische Shalom alechem entgegengesetzt wurde.

Erinnert wurde an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 69 Jahren und daran, dass allein dort drei Millionen Juden umgebracht wurden.

Verlesen wurde eine lange Liste Burger Juden, die in den Konzentrationslagern der Nazis umgebracht worden sind.

"Wir sind dem Leben verpflichtet", sagte Pfarrer i. R. Joachim Gremmes in seiner Andacht. "Die Erinnerung an geschehene Verbrechen ist uns täglich aufgetragen. Denn noch werden von Menschen auch in unserer Stadt Vorurteile gegen Fremde, gegen Juden, gegen Migranten gepflegt, werden auch in unserer Stadt Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft angepöbelt und angegriffen, werden Naziparolen und Nazigedankengut an Kinder und Jugendliche weitergegeben, sind Menschen einfach gefährlich gleichgültig."

Weiter sagte er: "Wir erinnern an das Versagen von Einzelpersonen, von vielen Einzelpersonen, aber auch an den Mut einzelner. Wir wollen erinnern an das Versagen ganzer Berufsgruppen und Institutionen, darunter auch das Versagen unserer Kirche." ... "Möge es sein, dass aus den Gräbern Gedanken der Verantwortung, Gedanken des Friedens und Gedanken des Lebens entsteigen und auch Gedanken des Zorns, der sich jeder Verharmlosung oder gar Wiederholung widersetzt."