Zickenkrieg und schöne Frauen: Bei "Germanys next Topmodel" werden ab Februar wieder tausende Zuschauer vor der Glotze sitzen. Auch Maxi Wernicke (16) aus Kade wird gucken, aber sie könnte auch Kandidatin sein. Ab und zu modelt sie gern, hat aber längst ganz andere Zukunftspläne.

Genthin l Überhaupt nicht künstlich und nur dezent geschminkt. So stellt man sich ein Nachwuchsmodel normalerweise nicht vor. Die 16-jährige Maxi Wernicke aus Kade bedient aber sowieso keines der gängigen Klischees über die Branche. "Seit zehn Jahren bin ich bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und später möchte ich mal zur Bundeswehr", sagt die junge Frau. Schon bald geht es zur Freigewässerausbildung nach Spanien. Das Modeln ist für sie ein Hobby und das soll es bleiben.

Bei ihrer Jugendweihe vor zwei Jahren bekam sie einen Gutschein für ein Modelcasting und machte einfach mal mit. Hier entdeckte sie ein Fotograf aus Magdeburg. Schon hatte sie einen Termin für ein Shooting. "Ich trug Kleider von einer jungen Designerin aus London und wurde geschminkt." schwärmt die Sekundarschülerin. Angst davor, dass es ein unseriöses Angebot sein könnte, hatte sie nicht. Bevor sie zusagte, hat sie im Internet recherchiert und auch ihre Mutti war zum Termin mit vor Ort. Seither läuft sie bei Modenschauen in Magdeburg regelmäßig über den Laufsteg. "Beim letzten Mal haben sie mich ziemlich stark geschminkt", so die 16-jährige, die einen natürlichen Look lieber mag. Die Klamotten könne sie danach nicht behalten und auch bezahlt wird sie für das Modeln nicht, aber es gibt immer einige schöne Präsente, wie Gutscheine oder kleine Kosmetik- und Parfümproben. "Ich mache es ja, weil es mir Spaß macht und nicht, damit ich was verdiene." Es ist auch kein Zwang mitzumachen, sie wird vom Veranstalter immer gefragt, ob sie Lust hat und kann natürlich auch nein sagen. Ihre Mutter unterstützt die 16-Jährige, wo sie kann. So richtig motiviert war sie in diesem Jahr nicht, aber ein Versprechen von ihrem Stiefvater konnte sie doch überzeugen. "Ich habe gesagt, ich mache mit, aber nur, wenn er mitkommt", sagt sie und schmunzelt dabei.

Und wie bereitet man sich auf so einen Modeltag vor? "Ich gehe vielleicht etwas früher schlafen, aber aufgeregt bin ich mittlerweile nicht mehr", sagt die Sekundarschülerin. Mit ihren Maßen hatte sie noch nie Probleme. "Mit meiner Figur bin ich vollkommen zufrieden, obwohl mich einige zu dünn finden", sagt die 16-Jährige, die eigentlich alles essen kann, ohne wirklich zuzunehmen. Natürlich macht sie nebenbei Sport, aber das mache ihr einfach Spaß und ist keine schweißtreibende Pflicht für die Figurformung.

Und wie ist es mit dem Zickenkrieg bei so einer Modelveranstaltung? "Ich persönlich hatte mit den Mädels nie Probleme, sie waren bisher alle sehr nett", meint sie. Ein bisschen stressig kann es zwischen den Runden auf dem Laufsteg dennoch werden. Raus auf den Laufsteg, vorlaufen, Drehung, dann zurück und runter, Kleid aus, nächstes Kleid an und wieder hoch auf die Bühne.

Ab dem nächsten Jahr wird sie sich mit dem Modeln zurück nehmen, dann steht die zukünftige Ausbildung im Vordergrund. Nach ihrem Abschluss im Sommer möchte sie gerne in Burg ihr Abitur machen. "Wenn mit dem Abi alles klappt, möchte ich danach Medizinische Fachangestellte bei der Bundeswehr werden", erzählt die 16-Jährige und schwärmt von ihren Zukunftsplänen. Am liebsten im Ausland. "Mir ist es wichtig, anderen Menschen zu helfen", äußert sie sich über ihren Traumberuf. Ein Praktikum bei der Bundeswehr hat sie bereits absolviert.

Die 16-Jährige hat einiges an Freizeitgestaltung zu koordinieren, findet aber noch Zeit, um als Expertin im Genthiner Jugendseitenteam mitzumachen. "Ich unterhalte mich einfach gern und erzähle selbst auch viel", sagt sie und lacht.