Die Gerwischer Freiwillige Ortsfeuerwehr hat auch im Vorjahr ihre Leistungs- und Einsatzbereitschaft eindrucksvoll in aller Öffentlichkeit unter Beweis gestellt. Den Kameraden und vielen freiwilligen Helfern ist es zu verdanken, dass es während des Sommerhochwassers zu keinen massiven Schäden gekommen ist.

Gerwisch l Das schwere Hochwasser vom Sommer prägt auch mehr als sechs Monate später die Jahreshauptversammlung der Gerwischer Wehr. Dass es auch Brand- und Hilfseinsätze gegeben hat, die die Kameraden mit Bravour meisterten, wird fast in den Hintergrund gedrängt. Doch in Gerwisch waren die Tage des Hochwassers auch ganz besonders dramatisch. Vor allem am alten Deich am Domblick, wo es auf des Messers Spitze stand. Viel hat nicht gefehlt, und das Drama wäre unausweichlich gewesen.

Wehrleiter Wolfgang Beckmann: "Ich habe es schon mehrmals gesagt, und heute sage ich es wieder. Zu einem solchen Einsatz werde ich meine Kameraden nie wieder befehligen. Im Fall der Fälle muss weiträumig evakuiert werden."

Das würde dann etwa die halbe Ortschaft betreffen. Deshalb dringen Wehrleitung und Ortsbürgermeisterin Karla Michalski auf den schnellstmöglichen Bau eines zuverlässigen Deiches.

Der Wehrleiter setzte sich auch mit dem politischen Gezerre um Feuerwehren und Katastrophenschutz auseinander. Er forderte, dass die älteste Bürgerinitiative Deutschlands erhalten und funktionsfähig bleiben muss, weil sie den Kommunen viel, viel Geld einspart und nicht nur Kosten verursacht.

Der stellvertretende Wehrleiter Jens Schröder wartete mit Zahlen und Fakten zum Einsatzgeschehen auf. Die Wehr hatte im Vorjahr 25 Einsätze, an denen in Summe 703 Kameraden beteiligt waren. Im Durchschnitt dauerte ein Einsatz gut acht Stunden. Allein 14 Einsätze sind davon in den Tagen der Flut geleistet worden.

Beim Hochwasser bewährte sich auch die Jugendfeuerwehr, die derzeit 25 Mitglieder hat, wie Jugendwart Martin Reichhardt bilanzierte. Er setzte sich dafür ein, dass innerhalb der Gemeindewehr ein Gemeindejugendwart berufen werden sollte.

Auf der Haben-Seite der Wehr stehen eine diszipliniertere Ausbildung und die Umstrukturierung des Versorgungszuges, der der Alters- und Ehrenabteilung zugeordnet worden ist. Sieben junge Feuerwehrmitglieder werden eine Grundausbildung absolvieren und mit dem 18. Lebensjahr in die Einsatzabteilung wechseln. Endlich soll auch die Kleiderkammer geschaffen werden.

Ortsbürgermeisterin Karla Michalski sagte, die Kameraden und ihre Familien hätten sich als Wertegemeinschaft gezeigt und gefestigt.

Bürgermeister Kay Gericke erläuterte, die Beschaffung eines neues Fahrzeuges sei in den Finanzplan 2016 aufgenommen worden.