Seit gestern sind Ilse und Herbert Fippl aus Gommern 65 Jahre verheiratet. Sie feierten im Kreise ihrer Verwandten. Landrat Lothar Finzelberg und Bürgermeister Jens Hünerbein gratulierten persönlich zu dem seltenen Ereignis.

Gommern l Es war Liebe auf den ersten Blick. Beim Silvester-Tanz in Wallwitz sahen sich Herbert und Ilse 1946 zum ersten Mal. "Ich dachte mir: Komm doch rüber und fordere mich auf, statt nur zu gucken", verriet die eiserne Braut gestern am Festtisch. Das habe er auch getan, "aber tanzen konnte er gar nicht", schob die fidele 87-Jährige hinterher.

Dabei hätten die Beiden sich schon sehr viel früher kennenlernen können. Während sie in Vehlitz wohnte, arbeitete er nur fünf Häuser von ihr entfernt als Stellmacher. "Aber ich war tagsüber auf dem Acker und abends war er nicht mehr da", erklärte sie. So kam es, dass sich die Beiden erst beim Tanz in Wallwitz auffielen. Nur wenig später waren sie sich einig. "Sie sagte zur mir: Heirate mich mal, ich koch\' dir auch Klöße", erzählte der Bräutigam. Das Versprechen habe sie übrigens eingehalten, fügte er hinzu. Es dauerte drei Jahre, bis die Beiden den Worten Taten folgen lassen konnten. Grund war ihre Mutter. "Sie wollte, dass ich 21 bin, wenn wir heiraten. Ich bin ja eineinhalb Jahre jünger als meine Frau", erklärte Herbert Fippl, heute 86 Jahre alt. Die ersten fünf Jahre ihrer Ehe verbrachten die Beiden in Karith. Sie kümmerte sich um das Geflügel und das Vieh auf dem Hof, er arbeite weiter als Stellmacher und erwarb seinen Meister. 1954 bauten sie ein Haus in Gommern. 1955 und 1957 wurden die beiden Söhne Bernd und Rüdiger geboren. Herbert Fippl arbeite ab dann zunächst als Schweißer und später als Gleisbaumeister für die Reichsbahn in Königsborn.

Seit der Wende sind die beide im Ruhestand. Langweilig sei ihnen aber nicht, versichern die rüstigen Senioren übereinstimmend. Haus und Hof verlangen viel Aufmerksamkeit. Zudem wohnen ihre beiden Söhne, die vier Enkel und fünf Urenkel alle in der Nähe. "Abends sind wir meistens fünf, sechs Personen am Tisch. Wir sind eigentlich nie allein", berichtete der Bräutigam.

Auf das Geheimnis ihrer Ehe angesprochen, antwortet Ilse Fippl: "Zufrieden sein mit dem, was man hat. Und sollte mal etwas sein, muss es ausdiskutiert werden." Ihr Mann stimmte ihr da zu.

Das Jubelpaar feierte gestern zusammen mit ihren Kinder, Enkeln und Urenkeln sowie Nachbarn.

Bürgermeister Jens Hünerbein und Landrat Lothar Finzelberg gratulierten persönlich und stießen mit den Eheleuten an.