Gut zwölf Monate nach Gründung der Genossenschaft für erneuerbare Energien im Jerichower Land (Energiegenossenschaft) haben Vorstand und Aufsichtsrat jetzt eine positive Jahresbilanz gezogen.

Burg l Inzwischen hat die Energiegenossenschaft 28 Mitglieder, die insgesamt 411 Anteile gezeichnet haben. Ein Anteil beträgt 300 Euro, so dass Kapital in Höhe von über 120 000 Euro zusammengekommen ist. Mit dem Geld wurden die ersten drei Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) der Energiegenossenschaft auf den Weg gebracht, die inzwischen Strom aus Sonnenenergie produzieren und ins öffentliche Netz eingespeisen. Weitere Projekte sind in Planung bzw. stehen kurz vor der Realisierung. So soll es bald auch auf dem Dach der Geschäftsstelle der Burger Wohnungsbaugenossenschaft eine PV-Anlage geben. Alle Anlagen der Genossenschaft werden individuell konzipiert, wobei der Eigenverbrauch des Objektes, auf dem die PV-Anlage installiert wird, ein wichtiger Faktor ist. Neben der Photovoltaik will sich die Genossenschaft künftig auch den Geschäftsfeldern Wind und Wärme widmen und im gesamten Jerichower Land aktiv werden.

Auf der dritten Aufsichtsratssitzung konnte jetzt eine rundum positive Entwicklung im ersten Geschäftsjahr bilanziert werden. "Der Anfang ist gemacht - und es soll weitergehen", mit diesen Worten eröffnete Diethelm Harp, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft, die Sitzung. Die regionale, umweltfreundliche und klimaschonende Energieversorgung stehe auch weiterhin im Mittelpunkt, sind sich die "Energiegenossen" einig.

Die bisher flächengrößte PV-Anlage der Burger Genossenschaft befindet sich auf dem Burger Kino-Dach mit einer Netto-Investition von rund 50 000 Euro und einer Fläche von etwa 450 Quadratmetern. Sie besteht aus 120 Solarmodulen. Mit einer Leistung von 29,4 Kilowatt-Peak erzeugt diese Anlage jährlich rund 27 800 Kilowattstunden Strom, berichtete das Vorstandsmitglied Dr. Alfred Kruse. Mit diesem Ertrag können durchschnittlich sieben vierköpfige Familien ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Zwei weitere Anlagen befinden sich auf einer privaten Scheune in Niegripp und auf einem Dach der Volksbank in Burg. Die Anlage auf der Niegripper Scheune erzeugt mit 30 Solarmodulen auf 50 Quadratmetern jährlich 7250 Kilowattstunden Strom und ist seit September 2013 in Betrieb. Bei der PV-Anlage auf dem Dach der Volksbank handelt es sich um eine 250 Quadratmeter großen Fläche mit 60 Solarmodulen und einer jährlichen Erzeugung von 14 000 Kilowattstunden Strom. Diese Anlage ist als Jüngste im Januar 2014 in Betrieb gegangen.

Gegründet worden war die Genossenschaft Ende November 2012 auf Initiative der Volksbank Jerichower Land, der Stadtwerke Burg und der Burger Wohnungsbaugenossenschaft.

Dr. Alfred Kruse (Stadtwerke Burg) und Andreas Lepel (Volksbank Jerichower Land), der das Amt von Steffen Trost übernommen hat, wollen als Vorstand der Genossenschaft "gemeinsam mit allen Mitgliedern der Energiegenossenschaft, den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Jerichower Land, die Energiewende voranbringen und gezielte Investitionen in effizientere Energienutzung tätigen oder den Bau von Anlagen zur nachhaltigen Energiegewinnung ermöglichen".

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