Am Donnerstagabend ist in Möckern der aktuelle Stand des "IGEK"-Projektes vorgestellt worden. Stadtverwaltung, interessierte Bürger und ein beauftragtes Büro erarbeiten derzeit das "Integrierte gemeindliche Entwicklungskonzept", welches die Flächengemeinde besser auf Überalterung und Einwohnerschwund vorbereiten soll.

Möckern l Zum zweiten Möckeraner IGEK-Treffen am Donnerstagabend kamen gut 40 Vertreter aus den Ortschaften, Vereinen und Verbänden. Um drei Monate verlängert wurde das Projekt, mit dem die Flächengemeinde Möckern auf den demografischen Wandel reagieren soll. Im März sollen alle Fakten zusammengetragen und vom "Büro für Urbane Projekte" aus Leipzig ausgewertet worden sein. Im Idealfall kommt dabei ein Konzept heraus, das der Stadt Möckern hilft, trotz Bevölkerungsschwund und Überalterung attraktiv für seine derzeitigen und künftigen Bewohner zu sein. Noch in diesem Quartal legt das IGEK-Team seine Ergebnisse dem Landesministerium für Landwirtschaft und Umwelt (LMU) vor. In dessen Auftrag waren in ganz Sachsen-Anhalt zehn solcher Konzepte erarbeitet worden, sie sollen künftig modellhaft für andere Kommunen sein.

"Nicht jede kleine Siedlung in der Einheitsgemeinde Möckern kann künftig in gleichem Maße entwickelt werden."

Andreas Paul, Büro f. Urbane Projekte

"Es geht nicht nur um Stadtpolitik, sondern um Sie alle und darum, dass die Stadt Möckern ein Selbstbekenntnis zum Leben auf dem Land entwickelt", erklärte Diplom-Ingenieur Andreas Paul von dem betreuenden Büro aus Leipzig.

Nicht nur der Landesregierung, auch der Stadt Möckern soll das entwickelte Konzept als Arbeitsgrundlage zur Verfügung stehen. Stadtbürgermeister Frank von Holly deutete an, dass es sich um ein sich stets weiterentwickelndes Arbeitspapier handeln werde. "Das Projekt soll modellhafte Strategien erarbeiten, die bis in das Jahr 2030 hineinreichen und künftige Arbeits- und Kommunikationsstrukturen schaffen", bestätigte Andreas Paul. Beteiligt werden auch weiterhin die Menschen in der Einheitsgemeinde.

Paul nannte die ersten Ergebnisse der bisherigen Arbeit. Dabei zeichnet sich ab, dass mit den Ortschaften Möckern und Loburg einerseits und Grabow und Theeßen vier Ortschaften mit zentralen Funktionen erkennbar seien. Es gelte, Schwerpunkte für die Entwicklung der Einheitsgemeinde zu setzen. "Es geht in dem Konzept um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Ortschaften und um ein gemeinsames Leitbild für die Stadt Möckern. Das bedeutet auch, nicht immer alles schlecht zu reden, sondern auch das Positive hervorzuheben. Wir müssen Funktionsräume definieren und die Ortszentren sichern. Aber nicht jede kleine Siedlungseinheit wird entwickelt werden können", so Andreas Paul. Eine Empfehlung lautet weiterhin, die touristischen Aspekte stärker zu bewerten und zu vernetzen.

Thematisiert wurde auch das Problem für die Orte, zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Stadtratsmitglied Ulrich von Wulffen formulierte es so: "Es geht jetzt um den Weg vom Ich zum Wir. Früher konnten wir noch sagen ¿Ich möchte haben\'. Mittelfristig aber werden wir nur noch sagen können ¿Wir wollen irgendwo ein Problem in einer größeren Einheit lösen können\'. Das bedeutet, wir werden in neuen Strukturen denken müssen und fragen, wo wir welche Schwerpunkte legen, damit wir auch in 20 Jahren noch die Grundbedürfnisse abdecken können."

Auch nach Ablauf der Demografiestudie soll es Treffen geben. Auch weiterhin können die IGEK-Fragebögen in der Stadtverwaltung ausgefüllt abgegeben werden.

Weitere Informationen und die komplette Präsentation zum IGEK Möckern gibt es im Internetauftritt der Stadt Möckern unter www.moeckern-flaeming.de