Brunhilde Kölbel ist seit 40 Jahren Bürgermeisterin in Vehlitz. Am Sonnabend feierten viele Wegbegleiter mit ihr das seltene Jubiläum. Unter anderem auch Lieselotte Schleysing, die Amtsvorgängerin von Brunhilde Kölbel.

Vehlitz l Genau vier Jahrzehnte war es am Sonnabend her, dass Brunhilde Kölbel den ersten Tag als Bürgermeisterin in Vehlitz verbrachte. Am Sonnabend versammelten sich rund 30 Wegbegleiter und Gratulanten in der Gaststätte Zum Grünen Eck in Vehlitz um der 76-Jährigen zu gratulieren. Mit Lieselotte Schleysing war auch diejenige unter den Gratulanten, die für die Laufbahn der Vehlitzerin mitverantwortlich ist. Die 89-Jährige ist die Vorgängerin von Brunhilde Kölbel. Weil diese aber wegen ihrer Fähigkeiten und Erfahrungen 1974 nach Möckern abberufen wurde, rückte Brunhilde Kölbel aus dem Gemeinderat nach. Im Mai wurde sie dann bei der Wahl im Amt bestätigt - und von da an immer wieder. Nur einmal gab es überhaupt einen Gegenkandidaten. "Es hat keinen Tag gegeben, an dem ich das Amt nicht mehr machen wollte", erzählt Brunhilde Kölbel. Auch wenn es schwierige und anstrengende Zeiten gegeben habe, habe sie ihr Amt immer gern ausgeführt.

Als staatlich geprüfte Landwirtin zog Brunhilde Kölbel wegen einer Anstellung in der Maschinen-Traktoren-Station aus dem Thüringer Wald nach Vehlitz. Dort trat sie 1968 der Gemeindevertretung bei. "Ich habe mich dem Ort verpflichtet gefühlt, weil ich ja in Vehlitz arbeitete", erklärte sie heute.

Sechs Jahre später wurde sie im Alter von 37 Jahren zur hauptamtlichen Bürgermeisterin und führte das Amt ehrenamtlich fort, als nach der Wende alle Angestellten der Gemeinde entlassen wurden. Ab 2005 ist sie Ortsbürgermeisterin. So, wie sich die Bedingungen und Bezeichungen ändern, so bleibt ihr Antrieb immer der gleiche. "Für die Leute da sein. Das ist mein Motto" , erklärte sie. Es sei immer besonders schön für sie gewesen, wenn ein Projekt abgeschlossen werden konnte. Sie berichtete von der ersten Wasserfernleitung, die von Gommern nach Vehlitz noch per Hand verlegt worden war. "Das wurde ihm Rahmen einer Übung der Zivilverteidigung gemacht" , erinnerte sie sich. Die Ortsdurchfahrt sei nach der Wende saniert worden. Dort wurden die ersten Abwasserleitungen verlegt und anschließend alle anderen Straßen saniert. Kurz vor der Eingemeindung nach Gommern seien noch zahlreiche Bauprojekte umgesetzt worden. Nun sei im Grunde alles fertig. "Nun kann ich aufhören", sagte sie.

Zur nächsten Wahl im Mai werde sie nicht mehr antreten, sagte sie. 40 Jahre seien genug. "Es müssen nun neue Leute her", sagte sie. "Aber wenn ihr mich braucht, bin ich da", versprach Brunhilde Kölbel.